Comeback des Schalkers gegen Berlin sorgt für "hervorragendes Gefühl"

Schöpfs Weg zurück zu 100 Prozent

Alessandro Schöpf

Wieder mittendrin: Alessandro Schöpf. imago images

Es lief die 88. Minute am vergangenen Samstag, als Alessandro Schöpf die qualvolle Vergangenheit endlich hinter sich lassen konnte. Das Spiel gegen Hertha BSC war unterbrochen, drei Minuten zuvor hatte Jonjoe Kenny für den S04 auf 3:0 erhöht, der Sieg war den Königsblauen nicht mehr zu nehmen. Also nutzte Trainer David Wagner die Gelegenheit und bescherte Schöpf jene Einwechslung, auf die er seit seiner schweren Verletzung - zugezogen am 25. Januar 2019 in Berlin - monatelang in der Reha hingearbeitet hatte.

Die Schalker Zuschauer applaudierten lautstark, um Schöpf zu begrüßen. Doch noch einer klatschte in die Hände: Karim Rekik, jener Berliner, der den 25-Jährigen damals so folgenschwer gefoult hatte - und der sich anschließend nicht einmal bei Schöpf gemeldet hatte, obwohl er sich in der bösen Szene einen Außenbandriss und eine Kapselverletzung zugezogen hatte. Es war eine faire Geste gegenüber dem Kollegen, die dieser wohlwollend registrierte. "Alles gut", sagte Schöpf anschließend, "ich bin nicht nachtragend."

An die 100 Prozent kommst du nur über Spielpraxis, aber nach den nächsten zwei Wochen und dem Test bin ich sicher weiter.

Alessandro Schöpf

Mit einigen Tagen Abstand fühlt sich für den Schalker der vergangene Samstag noch immer großartig an. "Es war super. Nach so einer langen Zeit war es ein hervorragendes Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich bin froh, wieder fit zu sein und wieder dabei sein zu dürfen", sagt er, als er am Mittwoch auf sein Kurz-Comeback zurückschaut.

Doch der Blick des österreichischen Nationalspielers geht bereits wieder nach vorne. Die Reise zu seiner Landesauswahl ließ er diesmal aus, um sich auf Schalke die fehlenden Prozente zu holen. Im Test in Bottrop am Freitag gegen Viktoria Köln (18 Uhr) hofft er auf viel Spielzeit, "vielleicht ja über 90 Minuten", um dann wieder voll angreifen zu können. "An die 100 Prozent kommst du nur über Spielpraxis, aber nach den nächsten zwei Wochen und dem Test bin ich sicher weiter", sagt er.

Blick Richtung Paderborn

Mithelfen will er dann, den ordentlichen Saisonstart der Königsblauen weiter auszubauen. Vier Punkte aus den ersten drei Spielen gegen Mönchengladbach (0:0), München (0:3) und Berlin (3:0) seien eine Ausbeute, die "in Ordnung" ist, urteilt er und verweist auf das "nicht leichte Programm". Als nächstes wartet auswärts der Aufsteiger Paderborn auf Schöpf und seine Schalker. Die Zielsetzung des Österreichers ist klar: "Wir wollen dort die nächsten drei Punkte holen", sagt er - idealerweise natürlich mit ihm auf dem Platz.

Matthias Dersch

Gut verstärkt oder Ziele verfehlt? Transferbilanz der 18 Bundesligisten