Bundesliga

Bittencourt: "Zu Werder passe ich besser"

Kohfeldts "absoluter Wunschspieler" hofft auf neuen Schwung

Die "brasilianische Seite" von Bittencourt: "Zu Werder passe ich besser"

Leonardo Bittencourt

Der neue Zehner im Weserstadion: Leonardo Bittencourt. imago images

Der Mittelfeldspieler, der sich im Vorjahr noch für die TSG Hoffenheim entschied, ist nun doch an der Weser gelandet. Bei seiner Vorstellung am Dienstag erklärte der Mittelfeldakteur seine Motive und Ambitionen.

"Die Möglichkeit, in Hoffenheim Champions League zu spielen, war der einzige Grund", so Bittencourt ganz direkt auf die Frage, warum er nicht 2018 schon nach Bremen gewechselt sei. "Ich hatte schon damals sehr, sehr gute Gespräche mit Florian Kohfeldt und Frank Baumann. Deshalb habe ich den Weg weiter verfolgt und gesehen, dass Werder richtig geilen Fußball spielt unter Flo. Jetzt bin ich überglücklich, den Weg hierher gefunden zu haben."

Bei so viel Enthusiasmus seines neuen Schützlings wollte Kohfeldt selbst kaum nachstehen: "Leo ist ein absoluter Wunschspieler. Ich freue mich sehr, dass es jetzt geklappt hat." Vor gut zwölf Monaten von Bittencourt noch verschmäht worden zu sein, hatte bei den grün-weißen Verantwortlichen keine Spuren hinterlassen. "Leos Entscheidung für die Champions League war absolut nachvollziehbar", so Kohfeldt, "da war hier niemand sauer. Wir haben trotzdem noch das eine oder andere Mal geschrieben. Und als jetzt die Tür nochmal aufging, habe ich gesagt: Sofort!"

Leos Entscheidung für die Champions League war absolut nachvollziehbar, da war hier niemand sauer.

Florian Kohfeldt

Als Spielertyp, urteilt der Coach, passe Bittencourt "sehr gut zu unserer Art von Fußball. Ihm brauche ich da nicht viel zu erklären. Er spielt, wie wir auch sein wollen, mit dieser Leidenschaft." Bittencourt selbst bezeichnet das als "meine brasilianische Seite" und glaubt: "Zu Werder passe ich besser als nach Hoffenheim. Dort hat es mir persönlich nicht so viel Spaß gemacht. Ich habe auch vorher immer für Traditionsvereine gespielt. Für mich ist es immer schön, wenn die Hütte voll ist."

Schnell in der Hoffenheimer Startelf, aber nicht durchgesetzt

Sprach's und schwärmte noch von der Atmosphäre im Weserstadion, speziell unter Flutlicht. Ein Teil der Wahrheit dürfte aber auch sein: Obwohl der offensive Mittelfeldspieler, der flexibel im Zentrum und auf den Flügeln einsetzbar ist, unter Julian Nagelsmann bemerkenswert schnell in die Startelf fand, hat er sich in Hoffenheim letztlich nicht durchgesetzt. "Ich habe viele Spiele gemacht", behauptet er zwar, 13 Einsätze von Anfang an plus acht Einwechslungen dürften aber kaum seinen tatsächlichen Erwartungen entsprochen haben. Parallel dazu mangelte es Bittencourt an Effektivität: Er kam 2018/19 auf drei Assists, zudem gelang ihm nur ein einziges Tor - just an seinem 25. Geburtstag am 19. Dezember beim 1:1 in Bremen ...

Unter dem neuen Coach Alfred Schreuder gab es in der laufenden Spielzeit gar nur einen zweiminütigen Kurzeinsatz, wiederum gegen Werder. Es geht für Bittencourt an der Weser also durchaus auch darum, seine Karriere wieder in Gang zu bringen. "Der Trainer spielt da eine sehr große Rolle", räumt der Spieler ein, "ich weiß bei Werder, wie er tickt und wie er mich sieht."

Als Bittencourts mögliche Positionen zählt Kohfeldt "die offensive Acht, die Zehn und die Außenbahn" auf, genügend Bewährungschancen dürften sich also ergeben. "Es ist mein klares Ziel, länger hierzubleiben", sagt Bittencourt, der zunächst nur für eine Saison ausgeliehen ist. Allerdings greift im Sommer 2020 eine Kaufverpflichtung über kolportierte sieben Millionen Euro Ablöse, die lediglich bei einem Bremer Abstieg hinfällig würde.

Thiemo Müller

Gut verstärkt oder Ziele verfehlt? Transferbilanz der 18 Bundesligisten