Regionalliga

Nach Insolvenzantrag: Wattenscheid vor Herkulesaufgabe

Neun Punkte Abzug drohen - Am Montag gegen Lotte

Nach Insolvenzantrag: Wattenscheid vor Herkulesaufgabe

Wattenscheid 09

Ungewisse Zukunft: Wattenscheid 09 hat einen Insolvenzantrag gestellt. imago images

Am Freitagabend hatte der Ex-Bundesligist bestätigt, dass beim zuständigen Amtsgericht Bochum am Donnerstag einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt worden sei. Aufsichtsratsmitglied Josef Schnusenberg habe keine andere Möglichkeit gesehen, "diesen letzten schweren Schritt zu gehen", hieß es. Grund seien fehlende zugesagte Gelder im sechsstelligen Bereich. Am Freitagnachmittag wurden Trainer Farat Toku und die Spieler, die zuletzt vergeblich auf ihr Gehalt warteten, über den Schritt informiert.

Eine Insolvenz bringt Konsequenzen mit sich, doch sie kann auch eine Chance sein.

Aufsichtsrat Josef Schnusenberg

"Ein Gutachter wird nun die finanzielle Situation der Sportgemeinschaft prüfen und in der Regel zum vorläufigen und endgültigen Insolvenzverwalter bestimmt. Eine Insolvenz bringt Konsequenzen mit sich, doch sie kann auch eine Chance sein", erklärte Schnusenberg: "Sollte es zu einem Insolvenzverfahren kommen, werden wir mit einem Punktabzug von neun Punkten bestraft." Man traue es Trainer und Team zu, "diese Herkulesaufgabe zu lösen".

Sollten ihr neun Zähler abgezogen werden, stünde die SG momentan bei minus vier Punkten. Am heutigen Montagabend (20.15 Uhr) wird Drittliga-Absteiger Sportfreunde Lotte im Lohrheide-Stadion vorstellig.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wattenscheid in der jüngeren Vergangenheit in finanzielle Schieflage gerät. Anfang des Jahres hatte nur eine Crowdfunding-Aktion eine Fortsetzung des Spielbetriebs ermöglicht. Kurz nachdem Schalke 04 zu einem "Retter-Spiel" bei Wattenscheid zu Gast gewesen war, trat im Juli mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Oguzhan Can dann allerdings der wichtigste Geldgeber des Regionalligisten zurück. Dieser hatte zuvor nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Betrag in die SG investiert, u.a. auch die Crowdfunding-Aktion zum Erfolg geführt.

Zuletzt hatte sich Sportdirektor Peter Neururer enttäuscht über die Situation bei Wattenscheid gezeigt und das Engagement als den "größten Fehler meiner Karriere" bezeichnet.

kon