3. Liga

Holzweiler hat "einen riesigen Spaß" - Wunderlich bremst die Euphorie

Viktoria Köln beendet Serie des FC Ingolstadt

Holzweiler hat "einen riesigen Spaß" - Wunderlich bremst die Euphorie

Kevin Holzweiler

Erzielte einen Treffer gegen Ingolstadt: Kevin Holzweiler. imago images

In der 70. Minute erhielt Viktoria Kölns Holzweiler den Ball rund 20 Meter vor dem Tor des FC Ingolstadt. Der 24-Jährige zog nach innen und schlenzte das Leder mit viel Präzision ins lange Eck. Der nur 1,64 Meter große Ex-Gladbacher besiegelte mit seinem Treffer zum 3:0-Endstand die erste Saisonniederlage der Schanzer und spielte einmal mehr groß auf.

Ingolstadt mit "ziemlichen Problemen"

Es war der auswärtsstarke Aufsteiger aus der Domstadt (zwei Siege, ein Remis), der dem Zweitligaabsteiger Ingolstadt die erste Niederlage der laufenden Drittligasaison beibrachte. Die Viktoria rangiert somit nach sieben Spieltagen auf dem fünften Platz - fünf Punkte hinter Tabellenführer Eintracht Braunschweig, einen Zähler hinter dem Relegationsplatz.

Eine schöne Momentaufnahme für die Kölner, die die neue Spielklasse aufmischen, nach nicht einmal einem Fünftel der Spielzeit jedoch nicht von höheren Zielen als dem Klassenerhalt sprechen wollen. Sportvorstand Franz Wunderlich trat nach dem Sieg gegen den Aufstiegsanwärter FCI auf die Euphoriebremse: "Das waren heute definitiv drei Punkte gegen den Abstieg." Dennoch musste auch er zugeben, dass "Ingolstadt ziemliche Probleme mit uns hatte".

Vierzehn Jahre bei Borussia Mönchengladbach

Dafür sorgte vor allem einer: Kevin Holzweiler. Der 24-Jährige krönte mit seinem präzisen Schlenzer 20 Minuten vor Abpfiff seine ohnehin gute Leistung (kicker-Note 2) und erzielte seinen zweiten Saisontreffer. Der gebürtige Jülicher spielt seit Sommer 2016 für die Viktoria und kam in dieser Zeit für die Domstädter wettbewerbsübergreifend auf 106 Einsätze, in denen ihm 16 Treffer gelangen. In den Saisons 2017/18 (Vizemeister, fünf Tore) und 2018/19 (Meister, vier) stand der Außenstürmer in allen je 34 Partien in der Regionalliga West auf dem Platz und avancierte zum Leistungsträger.

Er ist klein, aber wirbelig - wie Amin Younes.

Filip Daems über Kevin Holzweiler

Das Talent des flinken und technisch versierten Offensivmanns, der bei der Viktoria im 4-4-2 auf dem rechten Flügel beziehungsweise im 4-2-3-1 (wie gegen Ingolstadt) als rechter Außenstürmer agiert, ließ er auch schon bei seinem früheren Verein aufblitzen: 2002 wechselte Holzweiler in den Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach, wo er sämtliche Jugendmannschaften durchlief und auch für mehrere deutsche U-Nationalteams spielte.

"Wir hatten überhaupt keinen Druck"

2013 erhielt er einen Profivertrag und debütierte in jenem März in einem Testspiel gegen den MSV Duisburg während einer Länderspielpause für die erste Mannschaft der Fohlen. Filip Daems, der damalige VfL-Kapitän, lobte Holzweiler in der "Rheinischen Post" und verglich ihn mit einem Ex-Borussen, der mittlerweile für den SSC Neapel aufläuft: "Er ist klein, aber wirbelig - wie Amin Younes. Er ist schwer zu bespielen, weil er so wendig ist."

Das bekamen auch die Verteidiger des FC Ingolstadt zu spüren. Nach dem 3:0-Sieg meinte Holzweiler, der sich in der neuen Spielklasse sichtlich wohl fühlt (kicker-Durchschnittsnote 2,57): "Es macht einfach einen riesigen Spaß in der 3. Liga. Wir hatten heute überhaupt keinen Druck, waren trotzdem total dominant und haben den Ball richtig gut laufen lassen."

kon/OL