Roma ist für die Vereinsikone kein Kandidat für die Top 3

Totti: "Dieser Realität muss man ins Auge schauen"

Francesco Totti

Hat die Roma weiter im Blick - auch live im Stadion: Giallorossi-Legende und Publikumsliebling Francesco Totti. imago images

Der neue Roma-Trainer Paulo Fonseca vertraute am 1. Spieltag zehn bereits bekannten Feldspielern, lediglich Torwart Pau Lopez (Real Betis) durfte sich von Beginn an als Neuzugang beweisen. Es spielten Torschütze Cengiz Ünder sowie Nicolo Zaniolo (beide langfristig an den Hauptstadtklub gebunden), Torschütze Edin Dzeko (Wechsel zu Inter geplatzt, Vertrag verlängert) oder auch Aleksandar Kolarov. Letzterer war ebenfalls im Gespräch bezüglich eines Wechsels, feierte sein sehenswertes Freistoßtor zum 3:2 in typischer Manier mit einem breiten Grinsen in Richtung Fans und den Armen hinter dem Rücken.

Am Ende gab es im Duell mit CFC Genua allerdings nur ein 3:3 - bestens bekannte Erkenntnisse inklusive: Während der 90 Minuten wechselten sich Licht und Schatten sehr oft ab. Gerade defensiv wirkte alles ganz und gar nicht sattelfest (aktuell ist als Zuwachs Chris Smalling von ManUnited im Gespräch), weswegen sich der Gast aus Ligurien in Rom nach zuvor 13 Auswärtsniederlagen in Folge über einen Punkt freuen durfte. "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zwar verbessert, doch trotzdem wieder ein so nicht zu erwartendes Gegentor kassiert", analysierte Fonseca im Anschluss an sein erstes Pflichtspiel als Giallorossi-Coach. "Das hätte nicht passieren dürfen - und das müssen wir verbessern."

Das 189. Derby steht an

Die nächste Aufgabe hat es dabei schon gewaltig in sich: Im Stadio Olimpico kommt es am kommenden Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de und live wie auf Abruf bei DAZN - starten Sie hier Ihren Gratismonat!) zum Derby della Capitale zwischen Lazio und der Roma. Es ist die 189. Auflage, die Biancocelesti haben den letzten Vergleich 3:0 gewonnen und sind außerdem als amtierender Pokalsieger mit einem klaren 3:0 bei Sampdoria in die neue Saison gestartet.

Totti traut seinem Herzensklub maximal Rang 4 zu

Alles Erkenntnisse und Tatsachen, die auch Francesco Totti mitbekommen hat. Die Legende der Roma, nach 8827 Tagen als Spieler, 786 Pflichtspielen, 307 Toren und rund 30 Jahren als aktiver Teil des Vereins inzwischen nicht mehr in einer Funktion bei seinem Herzensklub tätig, verfolgt die Leistungen des Teams natürlich weiterhin.

AS Roma

Kein Sieg zum Auftakt: Die leidenschaftlichen Roma-Fans haben zum Saisonstart nur ein 3:3 gegen CFC Genua gesehen. imago images

Bei einem Gespräch mit "Radio Radio" sagte Totti: "Das ist sicherlich erstmals seit langer Zeit eine etwas andere Saison für mich - allein schon, weil ich die Roma nun auch mal sonntags über den Fernseher sehe und mich das zum Nachdenken bringt. Doch das ist meine Entscheidung gewesen, dazu stehe ich." Der aktuellen Mannschaft wünscht Totti das Beste, erwartet allerdings nicht den ganz großen Wurf: "Ich glaube, dass es für die Roma leider nur zum Kampf um Platz vier reichen wird. Dieser Realität muss man ins Auge schauen, wenn man auf die letzte Spielzeit und die Vorbereitung blickt. Ich hoffe natürlich, dass ich mich irre, aber nach 30 Jahren im Geschäft hat man ein Auge für sowas."

Der frühere Weltklasse-Angreifer sieht andere Klubs weiter vorn und erhofft sich für seine Römer eher noch ein, zwei Transfers bis Anfang September: "Ich bleibe dabei: Juventus ist das Team, das es zu schlagen gilt. In diesem Jahr haben sich Napoli und Inter aber gut verstärkt. Die Top drei stehen schon fest - und so kann die Roma leider nur um Platz vier kämpfen. Das ist die Realität."

Totti im Stadion - und zurück im Geschäft?

Dass sich Totti das Derby della Capitale im Stadion anschaut, könne er sich vorstellen: "Ich könnte vor Ort sein, sicher ist es noch nicht - doch es sieht mehr nach einem 'Ja' aus." Sein Tipp: "Auch wenn die Roma auf dem Papier vielleicht besser ist, muss man Lazio doch fürchten. Simone Inzaghi hat eine exzellente Mannschaft zusammengestellt."

Seine eigene Zukunft hält laut eigener Aussage auch einiges parat: "Ich war erfreut, dass mir die Tür in Richtung einer Arbeit bei der Nationalmannschaft geöffnet wurde - nach einem Gespräch mit Nationaltrainer Roberto Mancini. Doch aktuell habe ich andere Projekte, auf die ich mich fokussiere. Schon bei meiner Abschiedspressekonferenz damals habe ich gesagt, dass ich drei oder vier Angebote aus Italien und Europa habe - aber ich benötige Zeit. Inzwischen habe ich reflektiert und werde sicher bald eine Route einschlagen, von der noch niemand weiß. Die Entscheidung wird bald verkündet - und ich bleibe der Fußballwelt treu."

mag

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