Regionalliga

Marcos und Offenbach: Endlich eine feste Heimat?

Ex-Hamburger hat sich beim OFC schon bestens eingelebt

Marcos und Offenbach: Endlich eine feste Heimat?

Ronny Marcos

Hat sich beim OFC schon fest etabliert: Ronny Marcos. imago images

Einst legte Ronny Marcos einen steilen Aufstieg hin. Nachdem er seine fußballerischen Grundlagen bei seinem Heimatverein, dem SV Fehmarn, erlernte, folgten die Stationen Oldenburger SV und der VfB Lübeck, ehe er bei Hansa Rostock landete. In seinem zweiten Jahr bei der Kogge feierte der Deutsch-Mosambikaner sein Debüt im Profi-Fußball. Insgesamt verzeichnete er bei den Hanseaten 16 Drittliga-Einsätze.

Im Januar 2014 begann der mittlerweile 25-Jährige seine Odysee und heuerte beim Hamburger SV an. Dort machte er in der Regionalliga-Nordost derart auf sich aufmerksam, dass ihn Ex-HSV Trainer Josef Zinnbauer ab dem 12. Spieltag fest im Bundesliga-Kader einplante.

Höhenflug und Absturz

Marcos spielte fortan regelmäßig in der linken Außenverteidigung. Doch nach der 0:8-Niederlage des HSV bei Bayern München geriet der Traum "Bundesliga-Profi" ins Stocken. Der Defensivspieler verursachte einen umstrittenen Handelfmeter, dazu fielen zwei Tore durch seinen Gegenspieler Arjen Robben (kicker-Note 6). "Das war gewiss kein geiles Spiel. Ich habe daraus gelernt, das hat zu meinem Reifeprozess beigetragen", sagt Marcos heute. Die damalige Berichterstattung über seine Person sei teilweise "komplett übertrieben gewesen", es würden ja immer noch "elf Spieler pro Team auf dem Platz stehen". Nach dem Bayern-Spiel kam der agile Linksverteidiger noch zweimal zum Einsatz, insgesamt konnte er neun Bundesliga-Einsätze verbuchen.

Trotz des eher unrühmlichen Abschiedes von der großen Bundesliga-Bühne blickt Marcos mit Stolz im kicker-Gespräch auf diese Zeit zurück: "Das ist das Nonplusultra im deutschen Fußball. Ich bin dankbar für diese Spiele." Ein halbes Jahr blieb er dem HSV noch erhalten, kam aber nur in der Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz.

Im Januar 2016 setze er seine Reise in den Süden fort und unterzeichnete einen Vertrag bei der SpVgg Greuther Fürth. Doch auch dort fand Marcos kein Glück. Bei den Kleeblättern kam er nur in zwei Zweitliga-Partien zum Einsatz.

Viel Spielpraxis in Österreich

Nur ein halbes Jahr später heuerte er beim SV Ried an. Bei den Österreichern schaffte es Marcos erstmalig, sich auf hohem Niveau zu etablieren. "Ich habe mich menschlich dort weiterentwickelt. Es war eine neue Erfahrung, so weit weg von zu Hause zu sein", erzählt der Linksverteidiger stolz über seine Zeit in Ried, wo er 19 Erstliga- und 31 Zweitliga-Einsätze verzeichnen konnte.

Lange hielt sein Glück nach dem Engagement beim SV Ried allerdings nicht an. Bei seiner südlichsten Station, AE Larisa, unterschrieb Marcos eigentlich für drei Jahre. Der griechische Verein hielt sich allerdings nicht an Vertragsinhalte, der Anwalt des gebürtigen Fehmarners befasst sich momentan mit dieser Angelegenheit.

Über Eintracht Norderstedt ist Marcos nun bei den Kickers Offenbach gelandet. Mit dem Verein vom Bieberer Berg belegt er momentan den vierten Tabellenplatz mit 13 Punkten aus den ersten sechs Spielen, bei denen er immer auf dem Platz stand. "Wir haben alle ein Ziel, wollen eine erfolgreiche Saison spielen", erzählt der 25-Jährige. Die Mannschaft habe einige "gute Charaktere" und "viel Quantität". Darüber hinaus herrsche "ein extrem guter Spirit".

Wo der OFC letztendlich landen wird, zeigt sich am Ende der Saison. Zunächst gastieren die Kickers beim FC 08 Homburg. Anpfiff der Samstags-Partie ist um 14 Uhr.

kon / cd