Rückkehrer ist auf Anhieb ein Gewinn

Füllkrug: Erfrischend treffsicher

Bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Niclas Füllkrug bejubelt seinen Treffer gegen Hoffenheim.

Bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Niclas Füllkrug bejubelt seinen Treffer gegen Hoffenheim. imago images

Der 6,3-Millionen-Euro-Einkauf aus Hannover bestritt beim 2:3 in Hoffenheim sein Startelf-Debüt und bestätigte den vielversprechenden Eindruck, den er schon als Joker beim 1:3 gegen Düsseldorf gemacht hatte. Das Risiko, trotz der komplizierten Verletzungsgeschichte auf den 26-Jährigen zu setzen, macht sich bislang bezahlt. Füllkrug präsentiert sich topfit, torgefährlich - und auch als Wortführer neben dem Rasen absolut erfrischend.

Gegen die Fortuna war der 1,89 Meter große Mittelstürmer noch an Keeper Zack Steffen und der Unterkante der Querlatte gescheitert, in Hoffenheim traf er wuchtig per Kopf nach Ecke von Nuri Sahin. Genau für diese "einfachen" Tore hat Werder Füllkrug verpflichtet. Sein mögliches 2:2 wurde infolge der Handspiel-Neuregelung aberkannt, Pech für den Schützen und sein Team. "Das Tor wäre vielleicht der Dosenöffner für einen Sieg gewesen", mutmaßte Füllkrug anschließend. Den Rückkehrer, der vergangene Saison seinen insgesamt bereits dritten Knorpelschaden im Knie erlitten hatte, hat Trainer Florian Kohfeldt im Verlauf der Vorbereitung mit Augenmaß aufgebaut und eingegliedert, inzwischen wirkt Füllkrug sehr agil und vollkommen integriert: "Ich war schon länger voll da", sagt er selbst auf entsprechende Nachfrage, "und ich glaube, dass der Trainer genau weiß, was er mit mir macht."

Für die Europa League hat es ja mit ihm auch nicht gereicht…

Niclas Füllkrug über Max Kruse

Auf dem Platz verkörpert Füllkrug eine couragierte Selbstverständlichkeit, wie sie Werder gerade in der aktuell schwierigen Phase besonders guttun dürfte. Auch im Gespräch gibt sich der Angreifer ganz unbefangen: "Natürlich war der Start schlecht und nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir müssen jetzt die Situation annehmen und eben noch stärker werden." Füllkrug sagt das so, als könne es an der Umsetzung keinerlei Zweifel geben. Und die beliebte Anmerkung, dass den Bremern eventuell die Kreativität des abgewanderten Max Kruse fehle, kontert Füllkrug cool: "Ich kann nicht nachvollziehen, dass das Thema immer wieder aufgemacht wird. Klar ist Max ein guter Spieler. Aber ich glaube nicht, dass er letzte Saison für alles verantwortlich war, was erreicht wurde oder was nicht erreicht wurde. Für die Europa League hat es ja mit ihm auch nicht gereicht…" Eine Feststellung, mit der Füllkrug ebenfalls ins Schwarze trifft.

Thiemo Müller