Nach Niederlage gegen den VfB Auerbach

"Wollitz raus"-Rufe in Cottbus: "Das muss man dann auch wegstecken"

Claus-Dieter Wollitz

Steht unter Druck: Cottbus' Trainer Claus-Dieter Wollitz. imago images

Bereits sieben Punkte Rückstand hat der FC Energie auf Spitzenreiter Lok Leipzig. Doch nicht nur die magere Ausbeute von sechs Zählern aus fünf Spielen sorgten in Cottbus für Unruhe. Der desolate Auftritt der Wollitz-Schützlinge gegen Schlusslicht Auerbach warf viele Fragen auf. Nach dem 1:4 gab es im Stadion der Freundschaft nicht nur Pfiffe, auch der Trainer musste sich Kritik gefallen lassen. Vereinzelt schallten sogar "Wollitz raus"-Rufe von den Rängen. Der Coach nahm diese jedoch gelassen auf: "Ich habe Verständnis dafür, dass die Leute enttäuscht sind. Diejenigen, die das rufen, sind ja Vereinzelte. Ich glaube, das muss man dann auch wegstecken."

Hinter dem Unmut bei Teilen des Anhangs steckt wohl nicht nur Kritik an der sportlichen Situation. Auch Wollitz' Umgang mit den Gerüchten um das angebliche Interesse von Zweitligist Aue sorgten für Verstimmung. Der 54-Jährige hatte erklärt, wie sehr ihn eine Offerte eines Zweitligisten ehre und wohl auch interessieren würde. Zudem vermied er angesichts der Spekulationen einen Treueschwur zum FCE: "Ich will nicht heucheln." Das Heimspiel gegen Auerbach konnte die aufgeheizte Stimmung nicht beruhigen. "Wir hatten keine richtige Chance, keine richtige Aktion", kritisierte Wollitz.

Freitas-Rückkehr ist kein Thema

Angesichts der schwachen Darbietung und bereits 16 Gegentoren (Cottbus stellt damit die zweitschwächste Defensive nach Schlusslicht Bischofswerda) dürfte sich der Coach in seiner Einschätzung bestätigt sehen, mit dem aktuellen Kader nur schwer den angepeilten Wiederaufstieg verwirklichen zu können. Zurück zu mehr Stabilität wird auch nicht Marcelo Freitas führen können, der von Januar 2017 bis vergangenen Juni das Trikot des Cottbuser getragen und nun seinen Vertrag in Chemnitz aufgelöst hat. Eine Rückkehr zum FC Energie ist aktuell kein Thema.

pau/JL