Stoppelkamps Treffer sorgt für viel Gesprächsstoff

Aus 2:3 mach 4:3: Mannheims magische Trinkpause

Trinkpause

Magischer Trank? Die Trinkpause in der zweiten Hälfte sollte Waldhof Mannheim nochmals ordentlich Aufwind geben. imago images

So wirklich fassen, was in den vergangenen 90 Minuten eigentlich geschehen war, konnte vor allem Siegtorschütze Marcel Seegert nicht. "Das war Wahnsinn, eine Achterbahn der Gefühle. Da kommen die zurück, drehen das Spiel und du denkst dir 'Ach du Scheiße, was ist hier los?'", versuchte der 25-Jährige seine Gedanken irgendwie in Worte zu bringen. In der Tat: Als Mannheim eine Zwei-Tore-Führung gegen den MSV verspielt hatte und gar in Rückstand geriet, wollte aus dem Waldhof-Lager niemand mehr so wirklich an einen Punktgewinn an diesem Nachmittag glauben.

Dann aber pfiff Schiedsrichter Harm Osmers nach 68 Minuten zur zweiten Trinkpause im Spiel, was Waldhof noch einmal einen ganz besonderen Schub verleihen sollte. "Die Hitze hat mir gewaltig zu schaffen gemacht, ich habe mir in der zweiten Trinkpause einen Liter Wasser drübergeschüttet, um irgendwie noch einmal Frische zu bekommen", beschrieb Seegert diese kurze Verschnaufpause am Mikrofon von "Magenta Sport". Prompt sieben Minuten später lag Mannheim dann wieder in Führung - und fast das gesamte Carl-Benz-Stadion sich in den Armen.

Das letzte Aufbäumen der Duisburger konnte der Aufsteiger dann noch souverän und geschlossen verteidigen, der dritte Liga-Sieg in Folge war somit eingetütet. Auch deswegen wollte sich bei Mannheim keiner mehr wirklich über das zwischenzeitliche Duisburger Anschlusstor durch Moritz Stoppelkamp beschweren, was im Spiel aber noch deutlich anders aussah. Eine unglückliche Aktion von Torhüter Markus Scholz, der sich beim Rauslaufen am Knie verletzte und den Ball dadurch passieren ließ, nutzte der Duisburger Kapitän, um die Zebras wieder zurück in die Partie zu bringen.

Es wäre jetzt heuchlerisch zu sagen, dass er den hätte danebenschießen sollen.

Torsten Lieberknecht über das Tor von Moritz Stoppelkamp

Mannheim beschwerte sich, Stoppelkamp hätte den Ball doch fairer Weise ins Aus spielen sollen. Erst nach Schlusspfiff und mehrfacher Betrachtung der TV-Bilder war man sich am Ende aber einig, dass Stoppelkamp kaum Schuld zugesprochen werden kann. "Keinen Vorwurf an ihn, er kann die Situation im höchsten Tempo aus meiner Sicht kaum einschätzen. Es wäre jetzt heuchlerisch zu sagen, dass er den hätte danebenschießen sollen", schützte ihn sein Trainer Torsten Lieberknecht. Sein Trainerkollege Bernhard Trares sah dies ähnlich: "Das ist doch Quatsch, er muss den Ball machen, keine Frage."

Stoppelkamp selbst war das Tor dennoch sichtlich etwas unangenehm, auch auf einen Jubel verzichtete er. "Ich habe zuerst gedacht, dass er den Ball mit dem Kopf klären will. Wenn es ein Fehler war, dann haben wir die Quittung dafür heute bekommen."

tso