Unaufgeregte Kontinuität in Regensburg

Grüttner: "Wir stecken den Kopf jetzt nicht in den Sand"

Marco Grüttner

Der Jahn-Kapitän hält den Kopf oben: Marco Grüttner. imago images

Dass die Zweitliga-Mannschaft nach vier Punktspielen mit vier Zählern dasteht und in dieser Phase außerdem im Pokal an einem unterklassigen Klub scheiterte (2:3 in Saarbrücken), liegt ja durchaus in der Tradition des Sport- und Schwimmvereins, das war in den zurückliegenden Jahren auch nicht besser. Und dass sich die Mannschaft noch finden muss, dass sie zusammenwachsen und lernen muss, wer was wann zu machen hat - das war Selimbegovic eh klar. Auch das war in den Vorjahren unter dem Chef Achim Beierlorzer (nun 1. FC Köln) ein Prozess, damals war der 37-jährige Bosnier noch Beierlorzers Assistent.

Immerhin wissen sie, dass es geht - prinzipiell. Nach der Pause, bei einem 0:1-Rückstand, lieferte der Jahn nämlich ein Feuerwerk. Die Mannschaft stand höher, griff früher und vor allem dynamischer, aggressiver an, wurde mit dem schnellen Ausgleich durch Max Besuschkow früh belohnt und war drauf und dran, selbst in Führung zu gehen. Nach dem 1:2 in der 63. Minute jedoch riss der Faden, Bielefelds Auswärtssieg geriet nie mehr ernsthaft in Gefahr. Am Ende war Regensburg dreieinhalb Kilometer mehr gelaufen als die Gäste und hatte immerhin die Hälfte aller Zweikämpfe gewonnen. Aber nur 62 Prozent der Pässe waren angekommen, bei der Arminia waren es 80 Prozent - das mag ein Hinweis darauf sein, welche der beiden Mannschaften gerade weiter ist.

Unbestritten ist, dass sich der Jahn nach dem Horror-Spiel in Fürth (0:1) gesteigert hat, was laut Marco Grüttner "zugegebenermaßen auch nicht schwer war." Auch Besuschkow fand, "wir haben die richtige Reaktion gezeigt, der Jahn-Torschütze war sich "sicher, dass Spiele auch wieder zu unseren Gunsten kippen werden, wenn wir so weitermachen."

Es gibt keine Alternative zum Optimismus, hat Beierlorzer immer gesagt, und nun wird er unermüdlich die Kölner von dieser Maxime überzeugen wollen. In Regensburg ist diese Haltung allgegenwärtig, jedenfalls intern. Grüttner zum Beispiel, der 33 Jahre alte Jahn-Kapitän, war nach seinem 69. Zweitligaspiel weit davon entfernt, nun Trübsal zu blasen: "Wir stecken den Kopf jetzt nicht in den Sand. Die Saison ist noch lange, wir wissen genau, wo wir herkommen und werden weiter hart daran arbeiten, die 40 Punkte zu holen."

Peter Nickel