Neuzugang Frey wird gegen Osnabrück auflaufen

Canadi: Behrens ist "ein ganz wichtiger Mann"

FCN

Genau beäugt vom Trainer: Die Club-Spieler beim Üben, Damir Canadi (Mi.) schaut zu. imago images

Und tags darauf blickte ein gutgelaunter Trainer selbstbewusst auf die anstehende richtungsweisende Heimaufgabe gegen den zuletzt beim 4:0 gegen Darmstadt furios aufspielenden VfL Osnabrück. "Ein Gegner mit gutem Umschaltspiel und viel Tempo auf den Außen. Aber wir wollen uns gar nicht so sehr auf den Gegner konzentrieren, sondern auf uns und auf unser Spiel."

Kurzum: Positiv denken ist angesagt beim runderneuerten Absteiger, der nach einer sportlich total missratenen Vor-Saison im Findungsprozess steckt. Dass es dabei angesichts von zwölf Neuzugängen, einem neuen Trainerteam und einer neuen Spielphilosophie zu diesem Zeitpunkt der jungen Spielzeit noch nicht rundlaufen kann, damit ist zu rechnen gewesen - nicht aber, dass es derart haken und klemmen würde wie in den jüngsten beiden Ligaspielen. Wenig bis nichts ging da bei einer sichtlich verunsicherten Mannschaft zusammen - hinten blieb beim 0:4 gegen den HSV wie jüngst beim 2:3 in Sandhausen Kompaktheit ebenso eine Wunschvorstellung wie vorne ein schnelles und somit gefährliches Angriffsspiel.

Im Umfeld beginnt es zu brodeln

Änderung tut also Not, und dies angesichts der Ambitionen auch schnell, sonst wird's ungemütlich. Im zuletzt so erstaunlich friedfertigen Umfeld beginnt es jedenfalls bereits zu brodeln, was Canadi im Vertrauen auf das Potenzial seines Kaders gelassen zur Kenntnis nimmt: "Im Training spielt die Mannschaft mit ein, zwei Kontakten schnell nach vorne, da zeigt sie Einheit für Einheit, dass sie richtig gut Fußball spielen kann. Dass sie dies nun auch so im Wettkampf umsetzt, ist auch meine Aufgabe." Auf wen er dabei am Sonntag setzen wird, hält er nur bedingt unter Verschluss. So kündigt er wie erwartet das Debüt des zu Wochenbeginn neu verpflichteten Mittelstürmers Michael Frey an. "60, 70 Minuten werden auf jeden Fall gehen", sagt er über den wuchtigen Schweizer, der im vergangenen Halbjahr bei Fenerbahce kaum zum Einsatz kam. Da der 25-Jährige aber komplett am Trainingsbetrieb teilnahm, ist es um seine Fitness ordentlich bestellt.

Kapitän in der Formkrise

Ob indes Kapitän Hanno Behrens wieder von Beginn an aufläuft, lässt Canadi offen, klare Worte verliert er indes über dessen Stellenwert: "Er ist für uns ein ganz wichtiger Mann. Er ist unser Kapitän und bleibt es auch. Wir alle helfen ihm, ich bin mir sicher, dass er aus dieser Situation gestärkt hervorgehen wird."

"Diese Situation" ist einerseits eine unverkennbare Formkrise, in der Behrens steckt, andererseits aber auch der Umstand, dass der Kapitän in Sandhausen nach einer desaströsen ersten Hälfte der gesamten Mannschaft in der Kabine bleiben musste. Noch schwerer als die in der Sache berechtigte Auswechslung wog der Umstand, dass Canadi die bessere zwei Hälfte explizit an den Eingewechselten festmachte und nicht daran, dass generell durch die Mannschaft ein Ruck ging. Den Eindruck, dass der Trainer nicht sonderlich auf seinen Kapitän setzt, musste man also nicht konstruieren, er drängte sich auf. Ein Eindruck, den der Österreicher nun mit dem Lob für Behrens aus der Welt schaffen will. Wie diese Causa weitergeht, bleibt dennoch spannend.

Margreitter bleibt außen vor, Mühl angeschlagen

Eine offene Frage ist auch die Besetzung der Innenverteidigung am Sonntag. Georg Margreitters Adduktorenprobleme sind zwar laut MRT-Befund nicht besorgniserregend, aber doch so gravierend, dass der FCN den 30-jährigen Vorarlberger bis zur Länderspielpause in rund zwei Wochen komplett rausnehmen wird. Fraglich ist aber auch Lukas Mühl, dessen Sprunggelenk Probleme bereitet. Der 22-Jährige hat deswegen die vergangenen zwei Tage pausiert, soll aber als Nebenmann von Asger Sörensen verteidigen können - vorausgesetzt, er kann die Samstag-Einheit schmerzfrei absolvieren. Und wenn nicht angesichts von drei etatmäßigen Innenverteidigern im Kader? "Kein Problem, dann verteidigt Lukas Jäger oder Patrick Erras. Die beiden können das", so Canadi vor dem Hintergrund, dass Jäger wie Erras in der Jugend ursprünglich eher in der Innenverteidigung als im defensiven Mittelfeld zu Hause waren.

Weitere Abgänge erst kommende Woche

Spannend bleibt es übrigens auch beim Thema Kader-Verkleinerung: Zwei, drei Spieler möchte der Club noch abgeben, beziehungsweise ausleihen wie jüngst Törles Knöll zu Wehen Wiesbaden. Sportvorstand Robert Palikuca arbeitet an mehreren Optionen mit Hochdruck, rechnet aber nicht damit, dass sie an diesem Wochenende über die Bühne gehen: "Es wird nächste Woche werden."

Christian Biechele

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