Neuzugang vor dem Duell gegen München

Magdeburgs Malocher: Dominik Ernst

Dominik Ernst

Hat sich in Magdeburg schon voll etabliert: Neuzugang Dominik Ernst. imago images

"Wir haben uns von Woche zu Woche weiterentwickelt. Man merkt, dass Mechanismen greifen, sich Duos und Partner finden, mit denen man sich super versteht, wo die Abstimmung besser wird", beschreibt Ernst die Entwicklung der Magdeburger seit Saisonbeginn. Er selbst habe auch einiges an Anpassungszeit benötigt, ist doch Magdeburg seine erste Station außerhalb von Nordrhein-Westfalen. "Ich vermisse meine Familie schon, das Heimfahren lohnt sich bei einem freien Tag nicht", erzählt der 29-Jährige. Das Vertrauen des Trainers und der Verantwortlichen hätten ihm aber bei der Eingewöhnung geholfen, dazu sei die Trennung von der Heimat etwas, womit man "als Fußballer leben muss".

Gekommen war Ernst diesen Sommer von Drittliga-Absteiger Fortuna Köln. Über die vergangene Spielzeit verriet er: "Als Uwe Koschinat den Verein Richtung Sandhausen verlassen hat, ging viel kaputt. Wir haben es am Ende nicht geschafft, das Ruder umzureißen." Bei den Domstädtern kam der Magdeburger Neuzugang in zwei Spielzeiten in 66 Drittligapartien zum Einsatz (zwei Tore).

Ernst trägt das "Schalke-Gen"

Rund 100 Kilometer nördlich von Köln erlernte der agile Außenverteidiger seine fußballerischen Grundlagen. Beim FC Schalke 04, für den er neuen Jahre spielte, sammelte er unter verschiedenen Trainern "Erfahrungswerte, die ich nicht missen will". Mit 12 Jahren verließ er die Knappenschmiede, spielte in den nächsten Jahren bei verschiedenen Vereinen der Region, dazu zählt zum Beispiel der VfL Bochum, ehe er im Alter von 20 Jahren nach Gelsenkirchen zurückkehrte. Bei S04 durfte er erste Profi-Luft schnuppern, gerade das Training mit den Vereinslegenden Raul und Farfan hätten ihn "nach vorne gebracht".

Der endgültige Schritt in den Profifußball erfolgte 2013 im Alter von 23, als Ernst zu den Sportfreunden Lotte wechselte. Ernst erzählte, dass er diesen Schritt schon früher hätte machen können. Doch er sei ein Spieler "der mit Herzen an einem Verein hängt, wenn er sich wohl fühlt". Geld spiele auch keine Rolle für ihn. Er sieht sich selbst als "Arbeiter", der etwas zurückgeben möchte, wenn ihm etwas am Herzen liegt.

Für diese Charaktereigenschaft trägt sein Sprint beim knappen Pokal-Aus gegen Freiburg sicherlich Symbolcharakter. Ernst setzte kurz vor Ende der Verlängerung noch einmal zum Vollsprint an, wofür er Bewunderung von den Rängen erntete. "Es war purer Wille. Durch den Körper geht etwas, wo man sagt, man kann nicht mehr. Das ist auch etwas, was die jungen Spieler begreifen müssen, über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen. Man spielt einmal pro Woche, dann muss man alles rausknallen", erzählt Ernst. Das "Marschieren bis zum Umfallen" sei eine seiner großen Stärken.

Diesen Arbeitswillen darf Ernst vermutlich am Samstag schon gegen 1860 München wieder unter Beweis stellen. Unter Trainer Stefan Krämer ist der Außenverteidiger gesetzt. Anpfiff der Partie in der MDCC-Arena ist um 14 Uhr (LIVE! bei kicker.de).

kon