Neue Dauerkartenvariante erhältlich

Mainz: Der Kampf um die Zuschauer

Mainz 05

Das Mainzer Stadion soll wieder voll werden. imago images

Lange Schlangen vor den Ticketverkaufsstellen des alten Bruchwegstadions waren ein gewohntes Bild. Karten waren Mangelware. Die Nachfrage an Dauerkarten überstieg zeitweise die Gesamtkapazität von 20.300 Plätzen. Seit dem Umzug 2011 in die neue, inzwischen unter dem Namen Opel-Arena bekannte 33.305 Zuschauer fassende Spielstätte hat sich die Situation gewandelt.

Weil auch Tageskarten im Normalfall problemlos am Spieltag zu haben sind, gaben nach und nach immer mehr Anhänger ihre Dauerkarte zurück. Während zur Saison 2012/2013 noch 22.500 Dauerkarten über den Verkaufstresen gingen, verzeichneten die 05er in der abgelaufenen Saison einen Absatz von nur noch 13.100. Der Verlust konnte durch Tageskartenkäufer bei Weitem nicht ausgeglichen werden. Von 32.143 Zuschauern im Schnitt (2011/2012) blieben zuletzt noch 26.111 (2018/2019) übrig.

Mainz ruft die "11er-Karte" ins Leben

"Das Freizeitverhalten der Menschen ändert sich. Nicht nur auf den Fußball bezogen. Sie wünschen sich insbesondere mehr Flexibilität. Dem wollen wir Rechnung tragen", erklärte Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand der Nullfünfer. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bietet der Klub zu dieser Saison erstmals die sogenannte "11er-Karte" an. Käufer dieser Dauerkartenvariante dürfen elf aus 15 Heimspielen wählen. Die Partien gegen Bayern München und Borussia Dortmund sind ausgenommen, jedoch besteht ein Vorkaufsrecht.

Das Modell ergab sich in Folge einer Umfrage unter ehemaligen Dauerkartenbesitzern. Als Hauptgrund für die Kündigung zeigten sich in den über 2000 Rückmeldungen, welche die Rheinhessen erhielten, dass es den Karteninhabern aus zeitlichen Gründen nicht möglich war, alle 17 Heimspiele vor Ort zu verfolgen. Weil es aufgrund der Gesamtnachfrage zudem problemlos möglich ist, an Tageskarten zu kommen, favorisierten viele den Weg mit Einzeltickets bei Bedarf. Auch als Symbol der emotionalen Bindung soll für eben diese Zielgruppe nun die "11er-Karte" die neue Wahl Nummer eins sein. Neben der Rückgewinnung ehemaliger Besucher hofft man in Mainz mit dem neuen Modell auch darauf, potenzielle Kündigungen der Dauerkarte mit einem "Down-Grade" abfangen zu können.

Marketingkampagne "Gegenpressing"

Unter dem Motto "Gegenpressing" wurde nun eine Marketingkampagne ins Leben gerufen, die Michael Wellening, Direktor für Marketing und Vertrieb, am Donnerstag präsentierte. Das Projekt soll neben den zurückgehenden Zuschauerzahlen auch dem Rückgang bei Merchandisingeinnahmen entgegenwirken. Neben der neuen Kartenvariante beinhaltet die Aktion eine intensivere Verankerung in der Stadt und Region mit vermehrter Präsens und weiteren Aktivitäten, um ein ganzheitliches Fanerlebnis zu schaffen. Insbesondere mit dem Fokus auf Kinder und Jugendliche, was auch durch stadionweite Preisreduktionen für eben diese Zielgruppe demonstriert werden soll.

Ob das Modell aufgeht, wird sich zeigen. Denn klar ist auch: In den Partien, in denen die "11er-Karten-Besitzer" nicht anwesend sind, bleibt der entsprechende Platz leer. Die Tickets können nicht in den öffentlichen Verkauf wandern, da den Fans bis zum Anpfiff die Möglichkeit gegeben wird, von ihrer Wahl für das entsprechende Spiel Gebrauch zu machen.

Genaue Zahlen für die aktuell angelaufene Spielzeit wollte der Verein bisher weder für die klassische Dauerkarte noch für das Elf-Spiele-Modell preisgeben. Jedoch deutet sich eine Besserung der Situation an. Die Zahl der letztjährig verkauften Dauerkarten von 13.100 wurde bereits erreicht.

Moritz Kreilinger

Lieblingsgegner für Götze und Alaba - Paderborns Schreckgespenst