Der Wolfsburger war nach dem Pokalspiel enttäuscht, jetzt ist er fit

Mehmedi, null Minuten und eine lange Hose

Admir Mehmedi

Hofft auf die ersten Einsatzminuten: Admir Mehmedi. imago images

Klar, etwas überrascht war er dann schon. Admir Mehmedi, trotz diverser Verletzungen in der vergangenen Saison Stammspieler und Leistungsträger beim VfL, schaute beim ersten Pflichtspiel dieser Saison im Pokal nur zu. Lange 120 Minuten in Halle. "Ich war enttäuscht", räumt der 28-Jährige ein. Für ihn, der so viel Erfahrung hat, ist es freilich kein Grund zur Beunruhigung. Mehmedi weiß: Die Saison ist lang, nahezu jeder Spieler des Kaders wird benötigt. Erst recht, wenn er die Qualitäten des Eidgenossen besitzt.

Mehmedi kann in der Offensive sämtliche Positionen besetzen. Wenn er wählen dürfte, sähe er sich im 3-4-3-System des neuen Trainers Oliver Glasner auf einer der beiden offensiven Halbpositionen. Ein Rolle wie gemacht für Mehmedi, der sich gerne zwischen den Linien bewegt, viel unterwegs ist, Räume sucht. "Für mich persönlich", erklärt der Schweizer, der im vergangenen Jahr unter Bruno Labbadia nicht selten als Zehner in der Mittelfeldraute agierte, "ist es besser."

Der Konkurrenzkampf auf dieser Position hat es jedoch in sich. Auf der linken Seite kommen Joao Victor und Josip Brekalo zusätzlich in Frage, rechts Felix Klaus und Renato Steffen. Zwei Positionen für fünf Spieler - Coach Glasner hat die Qual der Wahl.

So auch am Sonntag in Berlin. Mehmedi, der nach seinem Hexenschuss wieder voll trainiert, meldet sich einsatzbereit. "Alles top", freut er sich, "ich hoffe, es bleibt so." Er erwartet nach dem Auftaktsieg gegen Köln ein schweres Spiel in der Hauptstadt. Hertha kommt mit Rückenwind nach dem 2:2 bei Meister München. Mehmedi rechnet mit einem "unangenehmen Gegner. Eine stabile Mannschaft, die sich fußballerisch weiterentwickelt hat."

Das gilt auch für den Wolfsburger selbst. Nach seinem ersten Halbjahr beim VfL und einer schweren Fußverletzung galt er schon als Flop, in der vergangenen Saison wurde Mehmedi (13 Scorerpunkte in 26 Spielen) zum wichtigen Faktor. Was bei dem 28-Jährigen dieser Tage auffällt: Trotz hoher Temperaturen trainiert er häufig in langer Hose. Trainer Glasner fragte auch schon verwundert nach, berichtet der Angreifer, diverse Sprüche setzt es vom Zeugwart und den Mitspielern. "Das kann ich ertragen", erzählt Mehmedi lachend. Der Grund für lang? "Ich fühle mich einfach wohl damit. Die Temperaturen sind mir egal."

Thomas Hiete