SC-Coach lobt Aufsteiger Paderborn und warnt die eigenen Spieler

Streich: "Sie nerven den Gegner"

Christian Streich

Voll des Lobes für Aufsteiger Paderborn: Christian Streich. imago images

Eigentlich könnten die Freiburger mit einem guten Gefühl nach Paderborn reisen, schließlich haben sie ihr letztes Spiel dort im April 2016 mit 2:1 gewonnen und dadurch den Wiederaufstieg gefeiert. Christian Streich will daran noch gar nicht gedacht haben. "Das wäre mir wahrscheinlich wieder eingefallen, wenn ich ins Stadion gelaufen wäre", sagte der SC-Coach in der Pressekonferenz, und fügte hinzu: "Gut gespielt haben wir da nicht." Jetzt treffen beide in der Bundesliga erneut aufeinander und Streich erwartet eine hochemotionale Begegnung, bei der "nicht die Taktik, sondern die Haltung entscheidend sein wird". Natürlich habe er sich mit seinem Trainerteam etwas überlegt, "aber das ist Samstag zweitrangig".

Streich hat sich schon in der vergangenen Saison einige Spiele des damaligen Zweitligisten angeschaut, und einige wurden auch zur Vorbereitung für dieses Spiel herangezogen. Schließlich hat Paderborns Trainer Steffen Baumgart schon angekündigt, die offensive Spielweise auch eine Klasse höher beizubehalten. "Mich hat es nicht gewundert, dass es zur Halbzeit schon 2:2 stand", sagte Streich über die 2:3-Auftaktniederlage des SCP in Leverkusen. "Sie geben Vollgas, nerven den Gegner, haben Aggressivität und Schnelligkeit und richtig viele Dinge, die eine gute Fußballmannschaft ausmachen", lobte er den Aufsteiger, der diese Qualitäten vor allem im eigenen Stadion besonders gut umsetzen könne. Dass sie so spielen, "ist bei dem Trainer nicht erstaunlich, so hat er selbst gekickt, so kenne ich ihn noch aus dem Fernsehen". Seine Spieler müssten deshalb "die optimale Einstellung" haben und "sich quälen wollen", betonte Streich.

Personell hat er wieder mehr Möglichkeiten, da inzwischen nur noch die Langzeitverletzten Mark Flekken (Syndesmoseriss), Marco Terrazzino (Innenbandriss im Knie) und Luca Itter (knöcherne Verletzung im Sprunggelenk) auf dem Trainingsplatz fehlen. Janik Haberer ist nach einem doppelten Bänderriss wieder zurück, wird laut Streich aber "nicht oder nicht von Anfang an spielen". Neuzugang Chang-Hoon Kwon, der gegen Mainz bereits zum Kader gehörte, habe hingegen durch weitere Einheiten "mehr Power gekriegt", so dass der Südkoreaner in Paderborn bereits eine Alternative sein könnte.

Keine Rolle spielt weiterhin Patrick Kammerbauer, der vergangene Saison an Holstein Kiel ausgeliehen war und jetzt entweder erneut ausgeliehen oder ganz abgegeben werden soll. Er war ausgerechnet in der Woche vor dem Gastspiel der Freiburger zum Probetraining in Paderborn. Das hänge ausschließlich damit zusammen, dass der Transferschluss immer näher rückt, erklärte Streich. "Wenn er zurückkommt, werde ich ihn nicht fragen, was sie da gemacht haben", kündigte er an, "und wenn er schlau ist, hat er da auch einfach nur trainiert und versucht sich zu präsentieren."

Daniela Frahm