So viele Personal-Optionen wie nie

Luxusproblem für Favre

Lucien Favre

Hat die Qual der Wahl: Lucien Favre. imago images

Bis auf Mateu Morey (Rückstand nach Schulterverletzung) stehen Borussia Dortmund am Freitag (Anstoß 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) alle Spieler zur Verfügung - auch Roman Bürki und Raphael Guerreiro, die beim Saisonauftakt gegen Augsburg noch passen mussten. Bisher wenig oder gar nicht berücksichtigte Stars wie Thomas Delaney oder Julian Brandt drängen in die Anfangsformation. Auch Mario Götze, dem ein ähnliches Schicksal droht wie zu Beginn der vergangenen Saison. Seine Situation besserte sich erst ab Oktober.

Besonders auf den vier Offensivpositionen im bevorzugten 4-2-3-1-System kann Favre sein Personal ohne Qualitätsverlust fast beliebig hin- und herschieben. Darauf wies der Trainer bei seiner Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag noch einmal ausdrücklich hin: "Wir haben viele Optionen." In der Angriffsmitte Paco Alacaer, Thorgan Hazard, Jacob Bruun Larsen - oder eben Götze. Im Zentrum Marco Reus, Julian Brandt oder auch Götze. Wen er wo für am besten aufgehoben hält, liege am System, sagt Favre. Für Brandt, den er als "Neuneinhalb oder links" sieht, sei es "wichtig, dass er flexibel ist".

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Gegner Köln presst "sehr gut, sehr hart und sehr aggressiv"

Favre erlebt, was so schön plakativ als "Luxusproblem" bezeichnet wird: Kader-Baumeister Michael Zorc hat ihm so viele Möglichkeiten wie noch nie in seiner Trainer-Karriere eröffnet. Es wird viel Geschick erfordern, auf dem Weg zur angestrebten Meisterschaft alle Spieler mitzunehmen. "Was mache ich mit denen, die ein wenig überzählig sind", fragt Ex-Profi Christoph Metzelder in den Ruhr Nachrichten (Donnerstag), "es wird immer schwierig bleiben in einer Fußballmannschaft, die frustrierte Hälfte des Kaders hinter sich zu behalten." Erfolg sei das beste Mittel, um alle auf Linie zu halten, meint Metzelder: "Dann haben diese Spieler keine Argumente, sich intern oder extern zu äußern."

Lieber als über die personellen "Grausamkeiten", die Favre jetzt moderieren muss, denkt er über eine erfolgversprechende Herangehensweise in Köln nach. Seine Analyse ergab, dass der Aufsteiger "sehr gut, sehr hart und sehr aggressiv" presst und - anders als Augsburg vor knapp einer Woche - eine "gute Basis" für die Saison gelegt habe. "Es wird wahrscheinlich nicht so einfach wie gegen Augsburg", glaubt Sportdirektor Zorc, "wir müssen neben unserer spielerischen Qualität und Leichtigkeit die richtige Schärfe haben."

Keine Tendenz bei Guerreiros Vertrag

Keine Vorhersage wagt Zorc, was den Ausgang der Vertragsgespräche mit Raphael Guerreiro angeht (kicker berichtete). Nicht einmal eine Tendenz will der Sportdirektor im Moment benennen: "Ich bin kein Prophet."

Thomas Hennecke

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