Dortmunds Mittelfeldregisseur über seine bunte Karriere

Witsel: "Deswegen hat ein Transfer nach Madrid keinen Sinn gemacht"

Axel Witsel

Säule beim BVB: Axel Witsel. imago images

Axel Witsel sagt Sätze wie: "Es war ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte", "ich hätte auch zu Real Madrid wechseln können" oder "ich hatte auch andere Angebote, hätte vielleicht nach Paris oder Manchester gehen können", doch letztendlich, fügt Dortmunds Mittelfeldregisseur im Interview mit "DAZN" und "Spox" an, "war es vielleicht ein Wink des Schicksals", "einfach nicht der richtige Zeitpunkt" oder "die richtige Entscheidung".

Das "hätte" nahm seinen Anfang im Sommer 2012, als Witsel, damals 23 und seit einem Jahr bei Benfica, auf José Mourinhos Radar aufgetaucht war. "Dann hat Real aber Luka Modric verpflichtet, deswegen hat ein Transfer nach Madrid für mich keinen Sinn mehr gemacht." Wenig später meldete sich Zenit St. Petersburg und Witsel sagte "nach guten Gesprächen" zu. "Ich bin ein offener Mensch und hatte keine Angst vor Russland."

"Hätte" Nummer zwei "war ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte": Im Sommer 2016, nach vier Jahren bei Zenit, war Witsel schon nach Turin gereist, hatte bei Juventus den Medizincheck absolviert und "musste eigentlich nur noch den Vertrag unterschreiben. Ich habe den ganzen Tag im Büro gewartet und am Ende sagte mir Zenit, dass ich wieder zurückkommen müsse." Im darauffolgenden Winter habe Witsel "für mich entschieden, diese Chance zu nutzen" - und wechselte nach Tianjin.

Dortmund statt Paris oder Manchester: "Es war die richtige Entscheidung"

In China sammelte der heute 30-Jährige in 47 Pflichtspielen sechs Tore und vier Assists, wollte nach der WM 2018, die er mit Belgien als Dritter beenden sollte, aber zurück nach Europa. Und auch in diesem Fall "hätte" er "vielleicht nach Paris oder Manchester gehen können, aber ich wollte nicht abwarten". Er wechselte zum BVB. "Zuerst ist Michael Zorc auf mich zugekommen, danach hat mich Lucien Favre angerufen. Dortmund ist ein Top-Klub - und ich wollte unbedingt zu einem europäischen Top-Klub. Vielleicht war es meine letzte Chance mit 29 Jahren. Es war die richtige Entscheidung. Die Verhandlungen mit Tianjin waren nicht einfach, aber am Ende hat alles funktioniert."

In Dortmund startete Witsel sofort durch, entwickelte sich in der vergangenen Saison auf Anhieb zum Kopf der Mannschaft und wurde Vizemeister. "Natürlich ist es schade, dass es mit der Meisterschaft nicht geklappt hat, trotzdem müssen wir einfach das Positive aus dieser Zeit mitnehmen. Ich war noch nie in einer Mannschaft mit so vielen jungen, talentierten Spielern."

"Dortmund ist nicht die schönste Stadt der Welt"

Kommt also kein viertes "Hätte" dazu? "Man kann eine Karriere nicht planen", sagt Witsel. "Ich hätte mir auch vorstellen können, fünf Jahre bei Benfica zu bleiben, war aber im Endeffekt nur ein Jahr dort. Als ich nach Dortmund gegangen bin, hatte ich aber schon einen Plan. Ich habe für vier Jahre unterschrieben - und diese vier Jahre möchte ich auch beim BVB bleiben, vielleicht sogar länger." Viel gereist ist er ja schon. "Deswegen ist es jetzt gut für mich und meine Familie, hier zu bleiben. Dortmund ist nicht die schönste Stadt der Welt, für uns ist es aber der perfekte Ort, weil Dortmund nur zwei Autostunden von Belgien entfernt ist." Aus China waren es elf Flugstunden.

mkr

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