Zur Probe beim nächsten Gegner

Paderborn: Kammerbauers kurioses Gastspiel

Patrick Kammerbauer

Ging im Januar 2018 von seinem Ausbildungsverein Nürnberg nach Freiburg: Patrick Kammerbauer. imago images

Kiebitze, die am Mittwochvormittag auf dem Paderborner Trainingsgelände genau hinsahen, wunderten sich über ein bis dahin unbekanntes Gesicht, das sich bei Trainer Steffen Baumgart unter die Übenden gemischt hatte. Wenig später teilte der Klub in einem offiziellen Tweet mit: "Bis morgen trainiert Patrick Kammerbauer vom SC Freiburg mit dem SCP07."

Eine für manchen Betrachter ungewöhnliche Personalie des ohnehin als nicht ganz gewöhnlichen Bundesligisten bekannten Aufsteigers. Für Aufsehen sorgte hier und da der Umstand, dass Kammerbauers aktueller Verein am kommenden Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nächster Paderborner Gegner ist. So gab es vereinzelt Sorge, der Probespieler, der auch noch am Donnerstag in der nicht öffentlichen Einheit dabei sein soll, könnte pikante Interna der Ostwestfalen ins Breisgau mitnehmen. Wesentlich unaufgeregter freilich sehen die SCP-Offiziellen das kuriose Gastspiel, zumal einer solchen Logik folgend ja gleichermaßen die Freiburger fürchten müssten, Kammerbauer könnte seinen vorübergehenden Gastgebern von den Abläufen beim heimischen Sportclub erzählen.

Möglicher Vasiliadis-Abgang hat sich nicht konkretisiert

Agent hin, Doppelagent her - was steckt tatsächlich hinter dem Vorgang? Die Paderborner Macher haben in der Vorbereitung keinen Hehl daraus gemacht, den Spielermarkt bis zum Schließen des Transferfensters Anfang September zu beobachten, um womöglich Nachjustierungen im Kader vorzunehmen. Mit dem Erreichen der nächsten Runde im DFB-Pokal gibt es neuen finanziellen Spielraum, mit dem aktuellen Weggang von Tobias Schwede zu Zweitligist Wehen Wiesbaden zudem zumindest eine freie Planstelle. Patrick Kammerbauer wäre vom Zuschnitt her ein Kandidat, denn: Im defensiven Mittelfeld wie in der Innenverteidigung, den bevorzugten Positionen des zuletzt von Freiburg an Holstein Kiel ausgeliehenen 22-Jährigen, gibt es beim SCP Bedarf. Erst recht, wenn weitere Spieler Paderborn verlassen sollten. Ein jüngst kolportiertes, erneutes Mönchengladbacher Interesse am zentralen Mittelfeldspieler und Leistungsträger Sebastian Vasiliadis konkretisierte sich laut Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono in diesem Zusammenhang bislang nicht offiziell.

Ob Kammerbauer sportlich wie wirtschaftlich eine Alternative oder zumindest Ergänzung für Paderborn sein kann, soll sich nun nach dessen Intermezzo herausstellen. In Freiburg besitzt der ehemalige Juniorennationalspieler, der bis zur U 20 in allen DFB-Teams zum Einsatz kam, noch einen Vertrag bis 2022, gehörte aber beim Auftakt gegen Mainz am vorigen Samstag nicht zum Aufgebot. Im November 2018 bestritt er mit einem Kurzeinsatz gegen Bremen sein bislang einziges Bundesligaspiel für die Streich-Elf.

Michael Richter