Angeschlagener Schaub wieder im Mannschaftstraining

Beierlorzer: Mit Mut und Druck gegen den BVB

"Es wächst in mir eine Riesenvorfreude": Kölns neuer Trainer Achim Beierlorzer. imago images

Allerdings scheint die Schwere der Aufgabe den 51-Jährigen vor seiner Premiere als FC-Trainer in Müngersdorf zu beflügeln. "Es wächst in mir eine Riesenvorfreude, das richtige Mittel gegen Borussia Dortmund zu finden. Das macht mit einem selber auch etwas", gibt der Bundesliga-Neuling zu.

"Wir brauchen viel Mut - aber wir sind auch nicht schlecht"

Wie sein Plan im Detail aussieht, möchte Beierlorzer nicht verraten. Doch eines ist klar: Seine Mannschaft soll nicht wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren. Mit Blick auf den überzeugenden 5:1-Sieg des BVB gegen den FC Augsburg sagt der Trainer: "Augsburg hat das Spiel in manchen Phasen so passiv gestaltet, dass Dortmund sie sich zurechtlegen konnte und immer wieder gefährlich in den Strafraum spielen konnte." Die Konsequenz daraus ist klar. "Wir dürfen nicht passiv werden. Wir dürfen dem BVB nicht komplett das Heft des Handelns in der Hand lassen. Das hat mit Laufarbeit zu tun, mit räumlicher Aufteilung und vor allen Dingen mit Mut zu tun. Wir brauchen viel Mut - aber wir sind auch nicht schlecht."

"Unsere Prinzipien müssen schon sein, dass wir auch Druck auf Dortmund ausüben"

Die Spielidee des aggressiven, möglichst frühen Verteidigens möchte Beierlorzer grundsätzlich aufrechterhalten. "Wir trainieren ja hier nicht für einzelne Spiele und werden jetzt etwas komplett anders machen", argumentiert er, wobei er aber einräumt, dass die eine oder andere Anpassung aufgrund der Stärke des Gegners unumgänglich ist. "Wir werden versuchen, die richtige Höhe zu finden, auf der wir Dortmund aufnehmen können. Ich bin nicht der Meinung, dass es gut ist, ihnen nur die letzten 30 Meter vor unserem Tor nicht zu geben und bespielt zu werden. Natürlich wird das passieren, dass wir mal ganz tief verteidigen müssen. Aber unsere Prinzipien müssen schon sein, dass wir auch Druck auf Dortmund ausüben. Damit sie eben nicht frei spielen können."

Beierlorzer möchte den BVB nerven. Es soll "unangenehm werden" für die Dortmunder Stars. Auch für die spielstarken Innenverteidiger, Mats Hummels und Manuel Akanji. Besonders Hummels glänzte als Spielgestalter mit genialem Passspiel. "Augsburg hat ihn frei schalten und walten lassen. Dass er ohne Druck den Ball über die Kette chippen kann, müssen wir schon verhindern", fordert der Trainer.

Damit gegen den Titelanwärter etwas Zählbares herausspringen kann, muss aber nicht nur sein Matchplan passen, sondern seine eigenen Spieler sich deutlich gegenüber dem Auftaktspiel in Wolfsburg (1:2) steigern. In Wolfsburg bewegten sich die wenigsten FC-Profis am Optimum.

Cordoba hat seine Sperre abgesessen

Änderungen in der Startelf dürfte es nicht nur durch die Rückkehr von Angreifer Jhon Cordoba geben, der seine Rot-Sperre abgesessen hat. "Wir haben viele individuelle Gespräche geführt, in denen wir abgerufen haben, woran es beim einen oder anderen gelegen haben dürfte, dass er sich nicht so präsentiert hat, wie er es kann", erklärt der Trainer, der offenbar über weitere Wechsel nachdenkt. "Konsequenzen sind immer schwierig", sagt er, fügt aber an, "wir haben einfach einen breiten Kader. Ich werde mir noch Zeit lassen, die richtigen für dieses Spiel auszuwählen."

Elysses Skhiri fürs defensive Mittelfeld ist der heißeste Kandidat, dürfte wohl beginnen. Außer dem Tunesier werden Sebastiaan Bornauw für die Innenverteidigung und Simon Terodde im Angriff die besten Aussichten eingeräumt, in die Elf zu rutschen. Beierlorzers Wahl muss sitzen. Sonst gehen die Erfolgsaussichten gegen null. Der Trainer weiß: "Wenn wir gegen Dortmund etwas holen wollen, sollte jeder einzelne ans Toplevel rankommen."

Hoffnung auf Schaub

Ob dies für Louis Schaub zumindest in Form eines Teileinsatzes möglich ist, entscheidet sich wohl erst kurzfristig. Am Mittwochnachmittag nahm der Offensivspieler, der zuletzt wegen einer Kapselverletzung im Sprunggelenk aussetzen musste, das Mannschaftstraining auf. Nachdem es am Sonntag einen kleinen Rückschlag gegeben hatte, darf jetzt keine Reaktion des Fußes mehr erfolgen, soll es mit einem Kaderplatz für Schaub klappen. Doch Beierlorzer ist optimistisch: "Wenn es gut funktioniert, bin ich guter Dinge für den Freitag."

Stephan von Nocks

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