Was der Ex-Profi in der Causa Pogba von den Verbänden fordert

Huth klagt an: "Im Fußball darf jeder jeden beleidigen"

Robert Huth

"Das ist entsetzlich": Robert Huth fand am Dienstag klare Worte. picture alliance

Mit seinem kompromisslosen Stil und seinem trockenen Humor gehörte Robert Huth stets zu den beliebteren Premier-League-Spielern. Und doch sagt selbst er: "Ich habe in den Stadien hier 19 Jahre gespielt, und Beleidigungen waren ein großer Teil meiner Fußballerlaufbahn."

"BBC Radio 5" hatte den heute 35-jährigen Ex-Profi (Chelsea, Middlesbrough, Stoke, Leicester) geladen, um über das zu sprechen, was den englischen Fußball am Dienstag aufgewühlt hatte: Paul Pogba war in den sozialen Netzwerken rassistisch beleidigt worden, nachdem er bei Manchester Uniteds Auswärtsspiel in Wolverhampton (1:1) einen Elfmeter verschossen hatte. Sein Klub zeigte sich in einer Pressemitteilung "angewidert".

Rassistische Beleidigungen würden konsequent geahndet - und die anderen?

Huths Meinung: "Ich finde, das Problem geht weit über rassistische Beleidigungen hinaus. Es ist Teil eines größeren Problems: Im Fußball darf jeder jeden beleidigen." Denn wo werde eigentlich die Grenze bei verbalen Ausfällen gezogen? "Eine Beleidigung ist eine Beleidigung", so der frühere Innenverteidiger und Nationalspieler, ob sie nun die Herkunft oder das Aussehen, die Nase oder die Haarfarbe betreffe.

"Die Rassisten werden aus den Stadien geschmissen, aber die, die mit ihren Beleidigungen nur knapp unter dieser Grenze liegen, dürfen bleiben", kritisiert er. "Und ich denke, die FA oder die Premier League tun zu wenig dagegen." Selbst ein Spieler, der beim Aufwärmen einen Ball an der Seitenauslinie hole, werde ungestraft beleidigt. "Das ist entsetzlich - ohne das verharmlosen zu wollen, was mit Pogba und anderen Spielern passiert ist."

"Im Rugby oder Tennis passiert so etwas nicht"

Schon im Fernsehen sehe man etwa bei einer Ecke "erwachsene Männer, die so wütend sind, man sieht ihre Gesten und eindeutig ihre wüsten Beschimpfungen. Und die werden nicht rausgeschmissen! Nichts wird dagegen getan!", klagt Huth an. Er wisse "von keinem anderen Sport, bei dem so was akzeptiert wird, bei dem die Leute alles zu dir sagen dürfen. Im Rugby oder Tennis passiert so etwas nicht."

jpe

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