4. Spieltag: Bochum holt 0:3 auf - Bielefeld bleibt oben mit dabei

St. Paulis Fingerzeig im Nordduell - HSV grüßt von oben

Lukas Hinterseer

Konter-Conteh: Der Angreifer präsentierte sich beim 2:0 eiskalt. imago images

St. Paulis Debütanten im Fokus

Die erste Hälfte beim Nordduell zwischen St. Pauli und Kiel (mit Neuzugang Özcan) war nichts für Feinschmecker. Diamantakos ließ einen Hochkaräter in der 11. Minute liegen, generell waren die Hamburger das bessere Team in einer kampfgeprägten Partie. Nach der Pause ging es dann aber rund am Millerntor: Lawrence köpfte in seinem ersten Spiel für St. Pauli kraftvoll ein, Kiels Keeper Reimann hatte sich gehörig verschätzt (49.). In der 57. Minute verteidigte sein Pendant Himmelmann mit einer Glanzparade nach Lees Kopfball die Führung, bei Serras Distanzschuss (60.) half der Pfosten mit. Mitten in die Drangphase der Störche konterte St. Pauli mit Conteh und erhöhte auf 2:0 (66.). Die Entscheidung? Noch nicht. Bakus platzierter Schuss landete im langen Eck (81.), ein wenig Zeit blieb den Störchen noch. Doch die Luhukay-Elf ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen und zog damit nach Punkten mit den Kielern gleich. Kleiner Wermutstropfen: Fast mit dem Schlusspfiff flog mit Penney der zweite Hamburger Debütant mit Gelb-Rot vom Platz.

Packendes Duell im Wildpark

Drei Mannschaften sind nach dem 4. Spieltag noch ungeschlagen. Neben Bielefeld (2. Platz) und Stuttgart (3.) ist das der HSV, der nach dem packenden 4:2 beim Karlsruher SC wieder von der Tabellenspitze grüßt. Matchwinner waren Hinterseer, der an allen Treffern zum zwischenzeitlichen 3:0 beteiligt war (ein Tor, zwei Assists), sowie Kittel, der den Doppelpack schnürte. Am Ende mussten die Hamburger aber noch mal richtig zittern - Gordon und Hofmann stellten den Anschluss her. Doch in der Nachspielzeit machte Jairo endgültig den Deckel drauf.

Geis erlöst Nürnberg - Sandhausen siegt

Nach dem gruseligen Auftritt in Sandhausen (2:3) wollte der 1. FC Nürnberg gegen den VfL Osnabrück Wiedergutmachung betreiben. Dies gelang - wenn auch spät - mit einem verdienten 1:0-Sieg. Ohne Kapitän Behrens, aber mit Neuzugang Frey in der Startelf offenbarten die Franken zunächst Probleme, zeigten sich dann aber spielerisch verbessert. Die Chancenvorteile konnte der Club lange nicht nutzen, ehe Geis mit einem trockenen Schuss aus 22 Metern der Befreiungsschlag gelang (80.). Neun Minuten zuvor war Behrens und mit ihm neuer Elan eingewechselt worden.

Im dritten Sonntagsspiel setzte sich der SV Sandhausen mit 2:0 beim 1. FC Heidenheim durch. Die Tore im spielerisch wenig ansprechenden Duell fielen nach der Pause binnen drei Minuten: Förster per Handelfmeter und Behrens per Kopfball-Abstauber sicherten dem SVS den zweiten Sieg in Serie.

Bochums Aufholjagd

Mächtig bedient: Wiesbadens Spieler nach dem 3:3 in Bochum.

Mächtig bedient: Wiesbadens Spieler nach dem 3:3 in Bochum. imago images

Sowohl der VfL Bochum (ein Zähler) als auch das noch punktlose Wiesbaden waren in den Startlöchern hängengeblieben. Die Verunsicherung darüber war zunächst nur einer Mannschaft anzumerken - und das war der VfL. Scheffler traf in der 10. Minute nach einem Fehler von Bella Kotchap zum 1:0, in der 19. Minute legte Dittgen nach. Trainer Robin Dutt reagierte nach 26 Minuten, brachte Bapoh für den glücklosen Bella Kotchap. Doch es wurde nicht besser: Schäffler scheiterte in der 37. Minute an der Latte, traf dann aber nach desolatem VfL-Defensivverhalten (Pantovic) doch noch zum 3:0-Pausenstand für Wiesbaden, das trotz zweier verletzungsbedingter Wechsel nicht zu stoppen schien. In der 56. Minute brachte Bapoh per Kopf die Hoffnung zurück nach Bochum, nach Osei-Tutus Volleytreffer zum 2:3 (87.) war sie endgültig zurück. Und tatsächlich: Ganvoula traf per Foulelfmeter kurz darauf zum Ausgleich, der VfL drückte nun sogar noch auf den Sieg. Quasi mit dem Schlusspfiff flog Bapoh wegen einer Tätlichkeit vom Platz, dann war der verrückte Nachmittag in Bochum zu Ende - mit einem 3:3 auf der Anzeigetafel.

Klos glänzt als Vorbereiter - Bielefeld top

Nach einem erschreckend schwachen Auftritt in Fürth (0:1) war Jahn Regensburg gegen das noch ungeschlagene Arminia Bielefeld um Wiedergutmachung bemüht. Doch die Gäste gaben den Ton an: In der 29. Minute hatte Nachreiner Glück, dass Referee Müller nicht auf Handelfmeter entschied. Kurz vor der Pause köpfte Edmundsson die Arminia nach Vorarbeit von Klos in Führung (43.), beinahe wäre dem Angreifer auch selbst ein Treffer geglückt. Nach Wiederanpfiff war der Jahn aber sofort hellwach - Besuschkow traf mit links ins Schwarze (48.), nach Abseitsüberprüfung zählte der Treffer. In der 63. Minute war jedoch Prietl nach einem Lattenschuss zur Stelle und brachte die Kugel zur erneuten Arminia-Führung unter. Nach Klos' klasse Pass von rechts machte Yabo mit dem 3:1 den Deckel drauf (83.), Bielefeld setzte sich somit am Samstag an die Tabellenspitze.

Greuther Fürth entführt Punkt aus Hannover

Greuther Fürth hatte die vergangenen zwei Spiele gewonnen und reiste somit mit viel Selbstvertrauen nach Hannover. Die 96er waren zunächst tonangebend, doch die Franken brachten das Leder zuerst im Tor unter. Seguins Rechtsschuss wurde gleich zweimal abgefälscht, Keeper Zieler war chancenlos. Die Fürther waren nun das dominante Team, Hannover gab keine gute Figur ab und musste sich zur Pause Pfiffe von den Rängen gefallen lassen. Trainer Mirko Slomka reagierte zur Pause mit einem Doppelwechsel, und in der 47. Minute waren die 96er dank Joker Weydandt wieder zurück im Spiel - 1:1. Teuchert ließ in der 64. Minute eine Großchance zur Führung für die Hausherren ungenutzt, in der turbulenten Schlussphase hatten beide Teams die Chance auf den Sieg. Doch es blieb beim 1:1, für die Ansprüche in Niedersachsen war das Remis letztlich zu wenig.

Nicolas Gonzalez

Artistik in Aue: Nicolas Gonzalez. picture-alliance

Hensel und Walter wechseln durch

Nach turbulenten Tagen holte der FC Erzgebirge Aue am Freitag gegen den spielbestimmenden VfB Stuttgart in einer torlosen Begegnung einen Punkt. Beide Trainer, Meyer-Interimsnachfolger Marc Hensel und Tim Walter, hatten ihre Teams auf vier Positionen verändert. Beim VfB standen die Neuzugänge Klement und Klimowicz erstmals in einem Pflichtspiel in der Startelf. Ersterer verzeichnete drei gute Chancen im Erzgebirge, während Stuttgart zudem vor der Pause vergeblich einen möglichen Elfmeter forderte. Im zweiten Durchgang verloren die Gäste Sosa mit Gelb-Roter Karte, machten aber weiter das Spiel. Testroet hätte Aue dann aber beinahe doch noch zum glücklichen Sieg geköpft; am Ende stand ein 0:0 auf der Anzeigentafel - in einem Spiel, das kurz vor Schluss wegen durch VfB-Fans verursachte Rauchentwicklung unterbrochen werden musste.

Zwei dicke Chancen für Dresden

Auch in Darmstadt fielen keine Tore. Der SVD enttäuschte weitgehend und verzeichnete gegen Dynamo Dresden kaum klare Chancen. Die Sachsen ließen indes zwei Hundertprozentige aus: Atik schoss aus kurzer Distanz Lilien-Keeper Stritzel an (41.), im zweiten Durchgang landete ein Pfostenkracher von Jeremejeff am rechten Pfosten und dann in den Armen des Schlussmannes (81.). Immerhin: Nach dem 0:4 in Osnabrück stand bei Darmstadt schlussendlich hinten die Null.

kon

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