DFL-Generalversammlung

Wirbel um Watzke - Leki sticht Filbry aus

Hans-Joachim Watzke

Bewerbung zurückgezogen: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. imago images

Dass Christian Seifert nach dem Ende der Präsidialzeit von Reinhard Rauball, der Ehrenpräsident wird, als Geschäftsführer der DFL GmbH und künftiger Sprecher des DFL-Präsidiums mehr Verantwortung übernehmen wird, ist schon länger bekannt, ebenso, dass Peter Peters (57), Finanzvorstand des FC Schalke 04, 1. Stellvertreter wird.

Bei der Besetzung weiterer Positionen waren aber Kampfabstimmungen erwartet worden. Im Hinblick auf den 2. und 3. Stellvertretenden Sprecher des Präsidiums wird es nun aber dazu nicht kommen. Denn schon am Vorabend der Generalversammlung kam es zu einer Teilversammlung - und es wurden Entscheidungen getroffen.

Die Bundesligaklubs schenken dabei Oliver Leki (SC Freiburg) das Vertrauen, der sich somit gegen seinen Bremer Kontrahenten Klaus Filbry durchgesetzt hat. Und auch bei den Zweitligisten gab es einen Gewinner: Steffen Schneekloth (Holstein Kiel) hatte gegenüber Bernd Hoffmann (Hamburger SV) die Nase vorn.

Bei der Besetzung der Posten geht es vielen Vereinen um eine ausgewogene Präsenz von Vertretern der wirtschaftlich starken und der ökonomisch schwächeren Klubs - vor allem im siebenköpfigen Präsidium, das über die Verteilung der Gelder aus der milliardenschweren Vermarktung der Medienverträge entscheidet. Gerade der Bundesliga-Mittelstand sowie die 2. Liga hatten sich diesbezüglich stark engagiert. Und die nun getroffenen Entscheidungen lassen den Schluss zu, dass der "Mittelstand" gesiegt hat - zumindest gelten sowohl der SC Freiburg als auch Kiel nicht gerade als verhältnismäßig finanzstarke Klubs.

Watzke zieht zurück - wegen Team Mittelstand?

Jeweils zwei weitere Präsidiumsmitglieder wählen die Bundesliga und 2. Liga - und auch da wurden vorzeitig Lösungen gefunden. Die Bundesliga wird von Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und Alexander Wehrle (1. FC Köln) vertreten, Liga zwei von Rüdiger Fritsch (SV Darmstadt 98) sowie Oke Göttlich (FC St. Pauli).

Borussia Dortmund wird dagegen künftig nicht mehr im DFL-Führungsgremium vertreten sein. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke soll das Vortreffen am Dienstag wütend verlassen und seine Kandidatur für Präsidium und Aufsichtsrat zurückgezogen haben - laut "Bild" aus Unmut über das sogenannte Team Mittelstand. Die Gruppierung aus Traditionsklubs wie dem Hamburger SV und Hertha BSC kämpft um eine Umverteilung der Fernsehgelder zu ihren Gunsten und auf Kosten der sportlichen Topvereine wie Dortmund. Zuvor hatte bereits Michael Meeske vom VfL Wolfsburg seine Kandidatur zurückgezogen.

Rainer Franzke/drm/dpa/sid