Böse Begrüßung für Berlin in Liga eins - Fehlende Entschlossenheit

Fischers Ärger über Unions "Geschenke"

Union-Coach Urs Fischer

Klatsche bei der Bundesliga-Premiere: 0:4 unterlagen Urs Fischer und seine Berliner RB Leipzig. imago images

Unions Coach Urs Fischer wirkte nach dem Abpfiff am Sonntagabend gefasst, trotz der krachenden 0:4-Auftaktpleite gegen RB Leipzig. "Wir sind hart auf dem Boden gelandet, aber das hatte auch seine Gründe. Wenn ich sehe, wie viele Geschenke wir in der ersten Hälfte verteilt haben, müssen wir uns nicht wundern. Dann wird es schwierig", sagte der 53-Jährige nach dem Abpfiff bei "Sky". Man sei zu wenig konsequent gewesen, sowohl in der Vorwärts-, als auch in der Rückwärtsbewegung. "Mir hat in den Zweikämpfen die Entschlossenheit und Aggressivität gefehlt, die man an den Tag legen muss, wenn man gegen einen Champions-League-Teilnehmer spielt", erklärte Fischer, der in den ersten 15 Minuten einen engagierten, nach dem 0:1 dann einen eher verschreckten Auftritt seiner Elf sah.

Wir sind ja gar nicht bereit für Spieleröffnung.

Union-Trainer Urs Fischer

"Wenn man das zweite Tor anschaut, sieht man: Wir sind ja gar nicht bereit für Spieleröffnung", klagte Fischer und spielte dabei auf den misslungenen Abwurf von Union-Keeper Rafal Gikiewicz an, der zum zweiten Leipziger Treffer durch Marcel Sabitzer geführt hatte. "Es liegt an uns, wie schnell wir uns in der neuen Liga zurechtfinden. Wir haben heute eine erste Kostprobe bekommen. Daraus müssen wir lernen und es nächste Woche besser machen", kündigte Fischer an. Unions schwedischer Stürmer Sebastian Andersson meinte nach der Partie: "Es war ein schweres Spiel, das wussten wir vorher. Es war ein großer Qualitätsunterschied, Leipzig ist einfach ein gutes Team."

Berlins Grischa Prömel versuchte, zumindest etwas Positives in der Niederlage zu sehen: "Es ist eine riesige Enttäuschung. Das haben wir uns alle anders vorgestellt. Aber wer weiß, wozu das gut ist. Vielleicht zeigt uns so ein Dämpfer, dass es in der Bundesliga einfach anders läuft." Man habe zu viele Tugenden vermissen lassen, die Union sonst auszeichnen, wie die Entschlossenheit in den Zweikämpfen. "Aber wir sind bestimmt nicht in die Bundesliga gekommen, um uns jede Woche abschlachten zu lassen", stellte Prömel klar.

"Wir sind nur nach hinten gewichen, und das wird eiskalt bestraft", analysierte Abwehrspieler Christopher Trimmel. "Aber wir werden jetzt nicht die Köpfe hängen lassen und das richtig einordnen. Wir müssen ruhig bleiben und konzentriert weiterarbeiten."

fbs/ Steffen Rohr