Paderborn: Mamba, Michel und die Freude auf mehr

"Macht euch noch auf was Größeres gefasst!"

Sven Michel und Streli Mamba

Paderborns Torschützen in Leverkusen: Sven Michel (l.) und Streli Mamba. imago images

Vor zwei Jahren, zum Saisonauftakt 2017/18 hatte er auch getroffen, zum 4:0-Sieg von Energie Cottbus in der Regionalliga bei der TSG Neustrelitz sogar doppelt. Vor einem Jahr, beim 3:0 des FC Energie in der 3. Liga gegen Rostock verzeichnete er immerhin zwei Assists. Und nun, nach seinem Wechsel aus der Lausitz nach Ostwestfalen gleich zwei Ligen höher, feierte Streli Mamba am ersten Spieltag, an dem es naturgemäß viele Debütanten gibt, gleich doppelte Premiere: Der 25-Jährige darf sich ab sofort nicht nur Bundesligaspieler nennen, sondern dank seines Treffers zum zwischenzeitlichen 2:2 bei Paderborns 2:3-Auftaktniederlage in Leverkusen auch "Bundesliga-Torschütze"!

"Wichtig war, dass Streli reagiert und das Tor gemacht hat", kommentierte SCP-Trainer Steffen Baumgart das blitzschnelle Handeln seines Akteurs in jener Szene, als Leverkusens Wendell einen Schuss von Sven Michel in Torwart-Manier per Hand auf der Linie geklärt hatte und viele schon mit einem Elfmeterpfiff rechneten. Mamba aber machte weiter und schob den Abpraller eiskalt ein. Klasse - auch wenn für den Mann mit dem Torinstinkt auch noch Luft nach oben blieb. Baumgart: "Man sieht, dass er in gewissen Phasen noch zulegen muss. Ich habe ihn dann rausgenommen, weil Cauly Oliveira Souza gut den Ball halten kann."

Mamba, der in Göppingen geborene Deutsch-Kongolese, war trotz Auswechslung und Niederlage nicht unzufrieden. "Wir haben versucht, ihnen unser Spiel aufzudrücken. Haben gut gespielt, aber leider trotzdem verloren. Ein Punkt wäre verdient gewesen." Die Leistung bei Bayer 04 stimmt Mamba optimistisch für die Heim-Aufgabe gegen den SC Freiburg: "Im nächsten Spiel müssen wir einfach so weitermachen, dann wird ein besseres Ergebnis dabei herausspringen." Der persönlichen Freude über seinen Premierentag tat die Niederlage kaum Abbruch. "Ich bin sehr stolz und dem Trainerteam sehr dankbar, mein Bundesligadebüt gefeiert haben zu können. Mit dem Tor ist es mir gut gelungen, aber ich hätte lieber keines geschossen und wäre mit einem Punkt nach Hause gefahren."

"Ich komme gut mit ihm klar"

Mamba scheint für die nächste Partie ebenso gesetzt wie Nebenmann Michel, obwohl: "Egal, mit wem ich zusammenspiele oder wer vorne spielt. Wir trainieren es alle tagtäglich, üben in den Systemen. Jeder kennt die Abläufe, wie er zu laufen hat, deshalb ist das unabhängig davon, wer spielt." Doch auch Nebenmann Michel kann sich offenbar gut vorstellen, mit Mamba weiter in vorderster Front zu agieren: "Streli ist ein super Typ, ich komme mit ihm gut klar und wir ergänzen uns gut. Ich freue mich auf mehr." Das soll es nach den Worten Mambas auch tatsächlich bald geben. Im Überschwang der Eindrücke in Leverkusen kündigte der Paderborner an: "Jeder kann sich warm anziehen, gegen uns wird es nicht leicht. Jeder Gegner hat es eklig. Definitiv! Macht euch noch auf was Größeres gefasst!"

Michael Richter