Elfmeter beim Auftaktspiel als Aufreger

Ibisevics Ärger über Grujics Lehrgeld - Covic: "Ach Leute!"

Lieferten sich mitunter packende Duelle: Marko Grujic und Robert Lewandowski (r.).

Lieferten sich mitunter packende Duelle: Marko Grujic und Robert Lewandowski (r.). imago images

Es war eine bemerkenswerte Szene. Ibisevic nahm unmittelbar nach seiner Auswechslung in der 63. Minute auf der Bank Platz und pfefferte wutentbrannt seine Schienbeinschoner auf den Boden. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:2, die Hertha war auf einem guten Weg, dem großen Favoriten ein Bein zu stellen. Ibisevics Leistung dabei war nicht so schlecht gewesen - er hatte unter anderem das zwischenzeitliche 2:1 von Marko Grujic aufgelegt (39.).

Das reichte dem Bosnier aber nicht, denn er "will immer gewinnen" und deshalb empfand er es als äußerst schade, dass es nicht gereicht hat. "Natürlich kann man mit dem Punkt leben", sagte der Sturmroutinier im ZDF, "aber, wenn man so ein Spiel abliefert". Sauer war er wegen dem Strafstoß nach Foul von Grujic an Robert Lewandowski in der 59. Minute, den der Pole anschließend sicher zum 2:2 verwandelte (60.). Ibisevic beschäftigte sich dabei nicht mit der Frage, ob es ein berechtigter Strafstoß war, ihn wurmte vielmehr, dass eine Aktion weit weg vom Ballgeschehen letztlich spielentscheidend war.

"Du stehst auf dem Platz, ackerst 90 Minuten lang. Man hat dann so ein Gefühl, dass man nur wartet auf so eine Szene - und dass es Elfmeter gibt."

Vedad Ibisevic

"Unabhängig davon, ob es einer war oder nicht. Solche Szenen dürfen niemandem einen Vorteil geben und dürfen keine Spiele entscheiden", flüchtete sich der 35-Jährige in eine Art von fundamentaler Kritik über Gerechtigkeit im Fußball und führte dies noch ein wenig genauer aus: "Du stehst auf dem Platz, ackerst 90 Minuten lang. Man hat dann so ein Gefühl, dass man nur wartet auf so eine Szene - und dass es Elfmeter gibt. Irgendwo tut es auch weh."

Er ärgerte sich sehr über den Elfmeter zum 2:2: Berlins Vedad Ibisevic.

Er ärgerte sich sehr über den Elfmeter zum 2:2: Berlins Vedad Ibisevic. imago images

Kritik und Verständnis von Kahn für Grujic

Ungeachtet dessen, dürfte auch Ibisevic spätestens nach Sichtung der TV-Bilder nicht bestreiten können, dass Schiedsrichter Harm Osmers mit seiner Entscheidung, Strafstoß zu geben, richtiggelegen hatte. Dieser Meinung war jedenfalls Oliver Kahn, der Grujic kritisierte. "Stürmer legen sich immer wieder mit ihrem Körper rein. Da musst du als Abwehrspieler ruhig bleiben und dich nicht zu so einer Aktion hinreißen lassen - es ist einfach dumm", führte der 50-Jährige aus und zeigte zugleich auch Verständnis für den Serben: "Jeder, der Fußball gespielt hat, der weiß, dass solche Dinge passieren können."

Covic hat die "Blau-Weiße Brille" auf

Und Ante Covic? Für Herthas neuen Trainer war der Elfmeter ebenfalls ärgerlich. Als Fehlentscheidung wollte der Kroate den Pfiff aber nicht bezeichnen, allerdings sagte er nach Ansicht der Bilder bei "DAZN" vielsagend: "Ach Leute! Jetzt wissen wir, dass wir Leute in Köln haben." Anschließend führte er aus, dass Lewandowski "gar nicht am Spiel beteiligt war. Wenn der Ball in seine Richtung gespielt worden wäre und er wäre alleine aufs Tor zugelaufen, dann hätte ich gesagt 'Klar', aber so billig das Tor zu kriegen ist doppelt so ärgerlich". Für Covic also eine harte Entscheidung - trotzdem stellte er unmissverständlich und trotz laut eigener Aussage "Blau-Weißer Brille" klar, dass Grujics Aktion unnötig war.

"Robert liebt solche Situationen."

Marko Grujic

Grujic selbst hakte das Ganze übrigens unter dem Stichwort "Lehrgeld" ab. "Robert ist ein sehr erfahrener Spieler und er liebt solche Situationen", sagte der Serbe nach Abpfiff in der Mixed Zone und ergänzte: "Ich bin ja jünger als er und er hat meine Unerfahrenheit in dieser Situation ausgenutzt. Ich denke, dass ich ihn etwas geschubst und einen Fehler gemacht habe. So etwas passiert während des Spiels. Aus einer ungefährlichen Szene haben sie so ein Tor bekommen."

drm