Kaufoption bei 120 Millionen Euro

Wechsel fix: Bayern leiht Coutinho für 8,5 Millionen Euro aus

Coutinho

Verstärkt ab sofort den FC Bayern: Philippe Coutinho. imago images

Von der Tribüne aus sah Philippe Coutinho am Freitagabend in Bilbao, wie der 38-jährige Aritz Aduriz dem FC Barcelona in der Luft liegend die Auftaktniederlage bescherte. Wenige Minuten zuvor hatte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic in München das bestätigt, was kurz zuvor durchgesickert war: Ja, Coutinho kommt zum FCB - vermutlich deshalb war der dribbelstarke Brasilianer von Barça-Trainer Ernesto Valverde trotz des Ausfalls von Lionel Messi nicht mehr berücksichtigt worden. (Anders als Pep Guardiola das mit Leroy Sané gehandhabt hat).

Zwei Tage später landete Coutinhos Flieger am Vormittag in München. Nach dem bestandenen Medizincheck machten beide Vereine das Leihgeschäft mit Kaufoption am Montagmorgen endgültig offiziell: Coutinho, der die Rückennummer 10 von Arjen Robben übernehmen und am Montagnachmittag um 14 Uhr vorgestellt wird, kostet die Bayern zunächst 8,5 Millionen Euro Leihgebühr und das volle Gehalt. Im kommenden Sommer kann der Double-Sieger ihn dann für 120 Millionen Euro fest verpflichten. Der FCB sprach zwar davon, dass die Parteien "über die finanziellen Details der Vereinbarung Stillschweigen" vereinbart hätten, Barça nannte sie allerdings allesamt.

Coutinho wollte wohl kein Teil einer Neymar-Rückkehr zu Barça sein

"Wir haben uns seit einiger Zeit mit Philippe Coutinho beschäftigt und sind sehr glücklich, dass wir diesen Transfer nun realisieren konnten", wird Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zitiert. "Unser Dank gilt dem FC Barcelona, dass er diesem Transfer zugestimmt hat. In Philippe kommt ein Spieler zum FC Bayern, der mit seiner Kreativität und exzellenten Technik unsere Offensive verstärken wird."

Coutinho, im Januar 2018 für einen Sockelbeltrag von 120 Millionen Euro (kann auf 160 steigen) vom FC Liverpool nach Barcelona gewechselt, war nach der Kreuzbandverletzung von Sané in den Fokus der Bayern gerückt. Eigentlich hatte Barça den 1,72 Meter großen Offensivkünstler in eine mögliche Rückholaktion von Neymar involvieren wollen, doch Coutinho soll sich geweigert haben.

Coutinho

Strahlender Neuzugang: Coutinho an der Säbener Straße. imago images

Hinter dem Copa-America-Champion liegen anderthalb schwierige Jahre in Katalonien. Coutinho war als möglicher Nachfolger von Andres Iniesta geholt worden, erfüllte in dieser Mittelfeldrolle allerdings nicht die hohen Erwartungen. In Liverpool hatte Coutinho oft die linke Halbposition im 4-1-4-1-System übernommen und dort überragt, in Barcelonas 4-3-3 ließ er zumeist die Defensivarbeit vermissen. Sein Markenzeichen, der Cut von der linken Seite ins Zentrum mit dem Abschluss ins lange Eck, war nur noch selten zu sehen. Coutinho verlor zunehmend an Selbstvertrauen, auch weil ihn das erfolgsverwöhnte Publikum im Camp Nou nicht selten mit Pfiffen bedachte.

Coutinho erklärt: "Darauf freue ich mich sehr"

Coutinho trieb es nach einem sehenswerten Tor, einem typischen Coutinho-Treffer, im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester United (3:0) auf die Spitze, als er sich nach dem Jubel noch demonstrativ die Zeigefinger in die Ohren steckte. "Ich kann euch nicht hören, wo sind die Pfiffe jetzt?"

"Für mich bedeutet dieser Wechsel eine neue Herausforderung in einem neuen Land bei einem der besten Klubs Europas", erklärt der Brasilianer. "Darauf freue ich mich sehr. Ich habe große Ziele wie der FC Bayern, und ich bin überzeugt, dass ich diese zusammen mit meinen neuen Mannschaftskollegen erreichen kann."

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mkr

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