SCP-Coach hat "viel zu verlieren"

Baumgart: "Es geht um mehr als nur dabei zu sein"

Steffen Baumgart

Will seiner Philosophie auch im Oberhaus treu bleiben: Paderborns Aufstiegscoach Steffen Baumgart. imago images

"Jeder einzelne der Jungs hat für sein Leben etwas geschafft, was er nie wieder vergessen wird", sagt Steffen Baumgart. "Jetzt können sie den Beweis antreten, dass das hier keine Eintagsfliege ist, sondern dass wir uns die Bundesliga wirklich verdient haben."

Dass es sich nach dem Aufstieg in Paderborn etwas verändert hat, macht der Trainer nur an Äußerlichkeiten fest, nicht an der eigenen Philosophie. "Was sich ändert, ist die Aufmerksamkeit. Jeder Satz, den ich erzähle, wird mehr interpretiert und diskutiert. Mein Umgang mit den Jungs hat sich nicht verändert gegenüber dem, was wir letztes Jahr gemacht haben."

Baumgart: "Entscheidend wird sein, wie wir auftreten"

Jetzt gilt's! Wie groß die Herausforderung sein wird, dürfte sich schon beim schweren Auftaktspiel in Leverkusen zeigen. Wenn man die elf Positionen des Gegners gegen die eigenen aufrechne, können man davon ausgehen, "dass wir jedes Mal 0:11 verlieren", beschreibt Baumgart schonungslos die Kräfteverhältnisse. Weil nahezu jeder Gegner auf den einzelnen Positionen vielleicht besser besetzt sei. "Wir müssen den Beweis antreten, dass das nicht entscheidend ist. Entscheidend wird sein, wie wir auftreten. Wie viel Mut wir haben und wie wir mit Rückschlägen umgehen."

Baumgart hält auch in der Bundesliga am vertrauten 4-4-2 fest

Rückschläge sind für den Trainer dabei nicht unbedingt eine einzelne Niederlage. "Ein Rückschlag wäre es, wenn du ein gutes, vielleicht sehr gutes Spiel machst und trotzdem nichts herausholst. Dann dran zu bleiben und zu sagen: Wir bleiben bei unserer Überzeugung - das wird entscheidend." Auch in der 1. Liga will sich Baumgart taktisch nicht gezielt auf den Gegner ausrichten oder gar sein System anpassen. "Natürlich gehen wir auf den Gegner ein, aber immer mit dem Ansatz, wie wir selbst spielen wollen, nicht, wie der Gegner agiert." 90 Prozent der Spiele werde man im vertrauten 4-4-2 bleiben, kündigt der 47-Jährige an und strahlt Zuversicht aus. "Wir wollen immer versuchen, vorne zu attackieren, wenn wir die Chance haben. Und unser Umschaltspiel soll sich eigentlich verbessern, nicht zurückgehen."

Dass die nun beginnende Saison eine schöne Abenteuerreise wird, lässt Baumgart nicht gelten. "Es geht um so viel mehr als einfach nur dabei zu sein." Und auch die Feststellung, sein Team habe als krasser Außenseiter nichts zu verlieren, weist er zurück. "Wir haben viel zu verlieren. Jedes Wochenende haben wir ein Spiel zu verlieren. Doch wir wollen diese Bundesliga nicht verlieren, sondern sie halten. Frei aufspielen? Das ist alles Gerede! Wir wollen zeigen, dass wir da hingehören."

Michael Richter

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