FC Liverpool gewinnt den UEFA-Supercup

Eine "verrückte Woche", eine Umarmung, ein "Sahnehäubchen": Geadelter Adrian

Adrian

Gefeierter Mann beim Supercup-Erfolg von Liverpool: Torwart Adrian, mit vollem Namen Adrian San Miguel del Castillo. imago images

4:1 gegen Aufsteiger Norwich City und nun das 5:4 i.E. gegen den amtierenden Europa-League-Champion und Ligarivalen Chelsea: Der FC Liverpool beginnt die neue Saison so, wie die alte aufgehört hat - mit Toren, Siegen und einem Titel.

Während der Auftakterfolg in der Premier League ein weiteres Mal untermauert hatte, wie unbesiegbar die Reds in der heimischen Festung Anfield Road zu sein scheinen (letzte Niederlage mit 1:2 im League Cup gegen Chelsea am 26. September 2018, letzte Ligapleite mit 1:2 gegen Crystal Palace am 23. April 2017), war der Erfolg im UEFA-Supercup die Bestätigung, in der abgelaufenen Saison das beste Team in Europa gewesen zu sein.

"Wir freuen uns unglaublich, die Trophäe mit nach Hause nehmen zu können", äußerte sich Mittelfeldmann Jordan Henderson im Anschluss. "Ich bin sehr glücklich. Es war ein langes Spiel mit einem großartigen Ende für uns", sagte Torwart Adrian, der auf der Ehrenrunde mit großer Fahne um die Schultern den silbernen Pokal immer wieder in die Höhe reckte - und dabei bis über beide Backen strahlte.

Klopp über Adrian: "In der Halbzeit war er vielleicht lauter als ich"

Und das vollkommen zu Recht, denn dieser Abend war absolut auch seiner. Adrian, früher bei Betis Sevilla (2012-2013), bei West Ham United (2013-2019) und im Sommer ablösefrei als Backup für Weltklasse-Schlussmann Allison Becker gekommen, durchlebte ganz besondere Tage. Erst hatte sich Alisson gegen Norwich verletzt, Adrian kam direkt zu seinem ersten Einsatz, bekam unter der Woche Zuspruch, hielt nun im Supercup stark - und sicherte mit seiner Parade im Elfmeterschießen gegen Blues-Profi Tammy Abraham (21) den Titel.

Kurz nach seiner Parade kniete sich Adrian hin, jubelte - und sah, wie sämtliche Teamkollegen inklusive Trainer Klopp wild auf ihn zurannten und ihn in eine riesige Umarmung einschlossen. "Seine Leistung über 120 Minuten war unglaublich. Und der gehaltene Strafstoß war das Sahnehäubchen", freute sich Klopp hinterher ausgiebig für seinen Schützling. "Er ist nicht nur auf dem Platz großartig, sondern auch in der Kabine. In der Halbzeit war er vielleicht lauter als ich."

Adrian

Durchlebte einen großen Abend: Reds-Keeper Adrian. imago images

Zur Pause hatten die Reds 0:1 zurückgelegen. Der französische Weltmeister Olivier Giroud (36.) hatte für die Blues getroffen, die den ersten Titel mit ihrem neuen Trainer Frank Lampard verpassten. Der Senegalese Sadio Mané (48. und 95.) sorgte zunächst für die Wende, doch Jorginho erzwang per Foulelfmeter (101.) den Nervenkrimi vom Punkt, in dem Adrian eben den letzten Strafstoß von Chelseas Abraham parierte.

Adrian ist "überglücklich"

"Es war eine verrückte Woche", sagte dagegen der 32 Jahre alte Spanier hinterher, der erst am 5. August in Liverpool unterschrieben hatte. "Ich bin überglücklich, für Liverpool zu spielen. Es war ein langes Match mit einem großartigen Ende für uns." Noch lange nach der Partie stand der Torwart mit der spanischen Fahne um die Schultern und dem Pokal in der Hand in der Interviewzone und grinste ohne Unterlass.

Klopp: "Es geht nicht um mich"

Jürgen Klopp

Bedankte sich nach Spielschluss bei den Fans: Jürgen Klopp. imago images

Seinen eigenen Anteil am Sieg hielt Klopp derweil bewusst klein - mit großen Worten: "Es geht nicht um mich - und das sage ich nicht nur so." Es gehe darum, es für die vielen Fans zu tun. Zwar sehe es "manchmal so aus, als hätten wir unterschiedliche Ideen, unterschiedliche Ziele, aber als Menschen sind wir alle gleich. Wir wollen alle das Gleiche, und wenn wir etwas so Wundervolles haben, wie den FC Liverpool zu lieben, zeigt das doch, dass wir viel enger zusammenstehen können, als wir es in der Realität tun."

mag/dpa

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