Lauterns Linksaußen: Zwischen Zweifel und Fokus

Pick: "Wenn du das jede Woche erleben willst, musst du dich komplett zerreißen"

Florian Pick

Jubel nach dem Treffer zum 2:0 gegen Mainz: Florian Pick. imago images

Nach 17 Startelfeinsätzen und zwölf Einwechslungen in der vergangenen Drittligasaison sollte Pick in dieser Spielzeit der Durchbruch von der Teilzeitkraft zum Stammspieler auf Linksaußen gelingen. Der gebürtige Wittlicher, der in drei der ersten vier Ligapartien jeweils das wichtige 1:0 erzielte, hat einen Lauf. Ein früheres Hauptproblem, das ihn daran hinderte, sich in der ersten Elf zu etablieren, konnte Pick beseitigen, wie er im kicker-Interview (Donnerstagsausgabe) verriet: "Ich bin im ständigen Austausch mit unserem neuen Mentaltrainer. Wir haben einige Stellschrauben optimiert, um die Leistung konstanter abzurufen. Seitdem klappt das tatsächlich ganz gut."

Pick will sich "auf das Hier und Jetzt konzentrieren"

Dass Fußball zu einem großen Anteil Kopfsache ist, musste der frühere Schalker, der in der U 19 der Knappen unter anderem mit Leroy Sané und Thilo Kehrer zusammenspielte, erst lernen. Er habe damals oft den Fokus auf das Wesentliche verloren: "Wenn man so jung in eine Gegend wie Gelsenkirchen kommt und bei Schalke spielt, stehen einem alle Türen offen. Man verliert den Fokus, kommt oft in die Versuchung zu feiern und kann sich damit die ganze Karriere verbauen."

Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt, ich denke nicht an morgen oder an die Vergangenheit.

Florian Pick

Nach zwei Spielzeiten in der S04-Jugend, einer Saison in der zweiten Mannschaft des FCK, einer einjährigen Leihe beim 1. FC Magdeburg und seiner Rückkehr im Sommer 2018 an den Betzenberg wirkt der Dribbelkünstler gereift. "Bei all dem Hype um mich herum", möchte der wendige Linksaußen "vor allem bodenständig bleiben", sich "auf den Fußball fokussieren" und sich "auf das Hier und Jetzt konzentrieren".

"Einer der Höhepunkte meiner Karriere"

Nach langer Anlaufzeit scheint ihm zwar nun der Durchbruch zu gelingen, doch in seiner Karriere durchlebte der Offensivakteur auch schon schwierige Phasen: "Es gab Zeiten, die waren nicht einfach. Natürlich habe ich mir da meine Gedanken gemacht. Als ich nicht im Kader war, habe ich mich schon manchmal gefragt: 'Ist Fußball das Richtige?' Mein Plan B ist ein Studium, welches ich beginnen will. In diesem Jahr wollte ich mich aber noch einmal voll und ganz auf den Fußball konzentrieren."

Und das gelingt bisher bestens: Im DFB-Pokal gegen Mainz besiegelte er mit dem Treffer zum 2:0 das Erstrunden-Aus des Bundesligisten. Später beschrieb er das Tor als "einen der bisherigen Höhepunkte meiner Karriere", vor allem vor dieser "traumhaften Kulisse" am legendären Betzenberg.

59. Pflichtspielduell mit Braunschweig

Auch am Sonntag (13 Uhr, LIVE! bei kicker.de) möchte Pick das ehrwürdige Lauterer Stadion zum Beben bringen, dann steht das traditionsreiche Duell mit Eintracht Braunschweig an: "Wir wollen den ersten Heimsieg einfahren und den Betzenberg wieder zu einer Festung machen. Gegen Mainz hat man wieder gesehen, was bei diesem Stadion und in diesem Verein möglich ist. Wenn du das jede Woche erleben willst, musst du dich in der 3. Liga komplett zerreißen."

kon/MK