1., 2. und 3. Liga: 54 Klubs zu Geldstrafen verurteilt

3.269.050 Euro für Pyro, Plakate und Becherwürfe

Zuschauerausschluss in Dortmund bei der Partie gegen Wolfsburg: Gegen den BVB richtete sich die einzige Kollektivstrafe des DFB-Sportgerichts. picture alliance

Gegenüber den vorherigen Spielzeiten ist also nochmals ein saftiger Anstieg von mehr als einer Million Euro zu verzeichnen (2017/18: 2.207.400; 2016/17: 1.850.700). Der hat jedoch nicht unbedingt mit mehr Beleidigungen, Becherwürfen oder Pyrotechnik zu tun, sondern mit dem vor einem Jahr eingeführten Leitfaden, der darlegt, welche Vergehen wie zu bestrafen sind. Das Geld wird für ideelle Zwecke des gemeinnützigen Fußballs verwendet.

"Wir können, was das Fanverhalten angeht, keine wesentlichen Veränderungen in positiver oder negativer Richtung feststellen", fasst Hans E. Lorenz zusammen. Der Vorsitzende Richter des DFB-Sportgerichts nimmt Fans wie Klubs in die Pflicht: "Der Qualität der Kommunikation zwischen Vereinen und ihren Fans und den Selbstreinigungskräften in der Fanszene kommt eine größere Bedeutung zu als den Urteilen der Sportgerichte. Die Sportgerichte leisten nur einen Beitrag, um die Vereine zu einer intensiven Kommunikation mit den Fans anzuhalten." Positiv aus Verbandssicht: Nachdem die 2017 durch Ex-Präsident Reinhard Grindel öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Zuschauerausschlüsse für eine Minimierung der Schmähplakate gegen den DFB gesorgt hatten, ist auch in der abgelaufenen Saison kein gegensätzlicher Trend festzustellen gewesen.

Große Bedeutung wird auf Selbstreinigung in der Fanszene gelegt

Seit August 2018 kostet laut Strafenkatalog das Abbrennen eines pyrotechnischen Gegenstandes in der Bundesliga 1000 Euro (2. Liga: 600, 3. Liga: 300), das Abschießen 3000 Euro (2. Liga: 1500, 3. Liga: 750). Unsportliche Botschaften auf Bannern, die größer sind als drei Quadratmeter, ziehen in der Beletage 8000 Euro Strafe nach sich (2. Liga: 4000, 3. Liga: 2000). Werden mithilfe der Vereine die Täter ermittelt, können Strafen um bis zu 75 Prozent reduziert werden; engagieren sich Täter ehrenamtlich in Sport- oder Sozialprojekten, kann das schließlich zu einem Erlass von bis zu 90 Prozent führen.

Insgesamt mussten die Bundesligisten 1.633.275 Euro berappen, die Zweitligisten 1.124.950 Euro und die Drittligisten 487.475 Euro - nur Sandhausen und Lotte mussten keine Strafe zahlen. Hinzu kommen 23.350 Euro gegen unterklassige Teams für Fanvergehen im DFB-Pokal.

BVB "Spitzenreiter" in der Bundesliga - Einzel-Rekordstrafe für den HSV

Ein Hinweis, der bei der Partie St. Pauli gegen den Hamburger SV ins Leere ging: Das Derby musste wegen des Abbrennens von Pyrotechnik dreimal unterbrochen werden. picture alliance

Die Einzel-Rekordstrafe von 150.000 Euro wurde gegen den Hamburger SV ausgesprochen, der insgesamt trotz der niedrigeren Tarife in der 2. Liga mit 294.150 Euro das Maximum an Sanktionen bezahlen musste. Der Grund: massives Abbrennen von Pyrotechnik im Stadtderby gegen St. Pauli, das dreimal unterbrochen werden musste. Die einzige Kollektivstrafe, nämlich einen Zuschauerausschluss auf Bewährung, verhängten Lorenz und Co. gegen Borussia Dortmund für diskriminierende Plakate und Gesänge gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp.

Der Strafenkatalog in der Bundesliga (Gesamtsumme 1.633.275 Euro):

Borussia Dortmund: 241.000
FC Bayern: 215.150
Fortuna Düsseldorf: 174.125
Eintracht Frankfurt: 162.000
VfB Stuttgart: 154.000
Hertha BSC: 132.250
Werder Bremen: 109.000
Schalke 04: 106.000
Borussia Mönchengladbach: 90.000
Hannover 96: 72.500
Mainz 05: 44.000
Bayer Leverkusen: 39.750
1.FC Nürnberg: 39.000
FC Augsburg: 24.000
TSG Hoffenheim: 11.000
SC Freiburg: 7500
RB Leipzig: 7000
VfL Wolfsburg: 5000

Der Strafenkatalog in der 2. Bundesliga (Gesamtsumme 1.124.950 Euro):

HSV: 294.150
1.FC Magdeburg: 166.850
Dynamo Dresden: 143.225
Union Berlin: 121.500
FC St. Pauli: 116.800
VfL Bochum: 41.050
1.FC Köln: 40.700
MSV Duisburg: 33.000
Arminia Bielefeld: 29.900
Erzgebirge Aue: 28.200
Greuther Fürth: 26.400
Holstein Kiel: 21.650
Darmstadt 98: 19.200
SC Paderborn: 15.765
FC Ingolstadt: 12.980
Jahn Regensburg: 7100
1.FC Heidenheim: 6480

Der Strafenkatalog in der 3. Liga (Gesamtsumme 487.475 Euro):

Hansa Rostock: 146.375
Eintracht Braunschweig: 64.680
Carl-Zeiss Jena: 52.860
Hallescher FC: 44.375
VfL Osnabrück: 42.150
1860 München: 37.050
Preußen Münster: 18.410
Energie Cottbus: 15.875
1.FC Kaiserlautern: 14.575
FSV Zwickau: 12.600
Karlsruher SC: 8600
KFC Uerdingen: 7350
SV Meppen: 7250
VfR Aalen: 5550
Kickers Würzburg: 3800
SV Wehen-Wiesbaden: 2800
Fortuna Köln: 1475
Sonnenhof Großaspach: 1000
SpVgg Unterhaching: 700

Benni Hofmann, Sebastian Weber