NBA-Spieler muss um PLatz bei der WM zittern

Wagner: " Kann dem Team einen Schub Energie geben"

Moritz Wagner

"Es kann hier mal was gerissen werden, das ist allen bewusst": Moritz Wagner. imago images

In Hamburg bereitet sich der NBA-Profi mit dem Nationalteam auf das große Turnier in China vor. Am Wochenende steht der Supercup auf dem Programm, vorher ist etwas Ablenkung angesagt. "Ich habe noch ein bisschen Zeit, die Stadt zu erkunden", sagt Wagner im SID-Interview, "ich als Berliner war noch nicht oft in Hamburg." Nach seinem Rookie-Jahr bei den Los Angeles Lakers war Wagner vom früheren Serienmeister zuletzt an die Washington Wizards abgegeben worden. Bevor es beim neuen Klub ernst wird, liegt sein ganzer Fokus auf der Weltmeisterschaft. Wagner will dabei sein und weit kommen, er sprüht vor Optimismus.

"Es kann hier mal was gerissen werden, das ist allen bewusst", sagt der 2,11-Meter-Mann betont locker, "wir sind ein sehr, sehr talentiertes Team." Doch genau hier liegt das Problem. Gerade auf den großen Positionen gibt es ein Überangebot, Wagner könnte durchs Raster fallen. Zwei Spieler werden vor dem Beginn der WM (31. August bis 15. September) noch gestrichen.

Sein Selbstbewusstsein ist im Kampf um das Ticket sicher kein Problem, Wagner hat eine breite Brust und weiß, was in den kommenden Tagen gefragt ist. "Wir haben sechs Big Men, die alle von außen werfen können. Da muss man seine Nische finden", sagt er und will seine Qualitäten reinwerfen: "Ich kann dem Team einen Schub an Energie geben. Ich bin jemand, der immer kommuniziert, vielleicht auch manchmal ein bisschen nervt."

Wagner spürt keinen Stress

Druck verspürt Wagner kaum, die Mühen nimmt er für sein Ziel gern in Kauf. "Natürlich ist alles anstrengend, im Endeffekt finde ich das gar nicht stressig", sagt der Neu-Nationalspieler, die Chance sieht er als Geschenk: "Man spielt ein Spiel als Beruf und bekommt einen Haufen Geld dafür. Das ist jetzt kein Leben, wo man unglaublich viel mental gestresst sein muss."

Zu Bundestrainer Henrik Rödl, wie er selbst bei Alba Berlin groß geworden, ist das Verhältnis gut. "Ich kenne ihn als Fan natürlich schon ewig. Ich habe ihn als kleines Kind kennengelernt", sagt der Profi über den Mann, der entscheidet, ob es nach China geht. Rödl sei ein "sehr cooler Typ, auch außerhalb des Coachings", sagt Wagner, ein Spielertrainer, "der nicht Angst hat, auch mal laut zu werden". Wagner, der am vergangenen Wochenende bei seinem Länderspieldebüt in Trier gegen schwache Schweden ohne Punkte geblieben war, möchte in Hamburg vor allem als Mannschaftsspieler überzeugen. Es gehe derzeit nicht um die "persönliche Agenda. Ich will gewinnen. Ich bin hier, um Teil eines Teams zu sein."

mst/sid

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