THW will in allen Wettbewerben überzeugen

Kiel wieder angriffslustig: "Unser Kader ist stark genug für Köln"

Domagoj Duvnjak

Er erlebte "eine der härtesten Vorbereitungen" seiner Karriere: THW-Spielmacher Domagoj Duvnjak. imago images

Das Kribbeln war Jicha anzumerken. "Ich freue mich, dass es bald losgeht", so der 37-Jährige: "Wir haben viele Spiele, sind in fünf verschiedenen Wettbewerben gefragt. Alles ist bereit. Jetzt müssen wir nicht mehr reden, sondern fleißig arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen." Ein kurzfristiges Ziel ist der Sieg im "REWE Cup", wenn am Mittwochabend (19 Uhr) Krösus Paris Saint-Germain in Kiel aufschlägt. Der französische Serienmeister reist mit seinem kompletten Starensemble an - ein besonderes Augenmerk gilt dabei freilich dem baldigen Kieler Spielmacher Sander Sagosen.

"Paris ist wie eine Weltauswahl, der nächste Härtegrad in unserer intensiven Vorbereitung", so Kapitän und Kreisläufer Patrick Wiencek zwei Tage nach dem 33:29-Erfolg gegen Barcelona in Köln: "Dass bereits jetzt mehr als 8000 Karten für dieses Testspiel verkauft sind, gibt es wohl in keiner anderen Halle in Europa." Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust sprach von einem generellen Run auf die Tickets beim THW. "In der Bundesliga sind wieder alle Dauerkarten verkauft, und auch die bisher freigeschalteten Einzelspiele laufen gut." Einmalig in Europa sei zudem die Nachfrage nach den "Champions-Cards" für alle sieben Heimspiele in der Königsklasse: "Die Champions-League-Qualifikation war enorm wichtig. Das waren wir unseren Fans schuldig. Mehr als 6000 verkaufte Dauer-Tickets zeigen: Kiel ist und bleibt eine Handball-Stadt."

Reger Austausch bei der Kaderzusammenstellung

Das große Vertrauen der Fans wollen die Zebras mit sportlichen Leistungen zurückzahlen - in allen Wettbewerben. "Unser Kader ist stark genug für Köln", so Sportgeschäftsführer Viktor Szilagyi mit Blick auf die Champions League: "Eine gute Platzierung in der Gruppenphase ist für den weiteren Wettbewerb eminent wichtig, deshalb müssen wir vom ersten Spieltag an 100 Prozent geben." In Sachen Kaderzusammenstellung stehe er in regem Austausch mit Coach Jicha, wobei beide "charakterlich und sportlich klare Vorstellungen" hätten.

Spannend dürfte werden, wie Jicha sein Chefamt ausfüllen wird, nachdem er Alfred Gislason als Assistent über die Schulter schauen durfte. "Ich habe von allen meinen Trainern etwas mitgenommen, gehe aber meinen eigenen Weg", stellte der 158-malige tschechische Nationalspieler (877 Tore) klar. "Es gebietet der Respekt, Flensburg als Favoriten zu nennen. Schließlich ist die Mannschaft zwei Mal in Folge Meister geworden. Flensburg wird ganz vorn dabei sein." Die Zebras werden dem Erzrivalen aber nicht kampflos das Feld überlassen. "Natürlich wollen wir um das Maximale spielen. Das ist unser Anspruch. Wir sind vier Jahre kein Meister geworden, und ich spüre in der Mannschaft den Hunger nach Erfolg", ließ Jicha hinter die Kulissen blicken.

Das war eine der härtesten Vorbereitungen meiner Karriere. Und das ist auch gut so, denn wir haben viel vor.

Domagoj Duvnjak

Spielmacher Domagoj Duvnjak reagierte auf die Frage, ob die Vorbereitung unter Jicha entspannter gewesen sei als unter "Schleifer" Gislason, mit einem lauten Lachen: "Das war eine der härtesten Vorbereitungen meiner Karriere. Und das ist auch gut so, denn wir haben viel vor." Dass Jicha in der Mannschaft bestens ankommt, unterstreicht auch eine Aussage von Wiencek. "Unter Alfred haben wir unter anderem nicht dreimal am Tag trainiert. Filip macht das überragend, man hat das Gefühl, dass er schon seit Jahren Trainer ist", so der Europameister von 2016.

Los geht die Pflichtspiel-Saison für den THW am Samstag (17 Uhr), wenn die Kieler in der ersten Runde des DHB-Pokals auf Eintracht Baunatal treffen. In der Liga wartet sieben Tage später zum Auftakt ein Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen.

msc

13

Karlsson, Vujin, Wolff: Diese Abgänge tun besonders weh