Augsburgs neuer Keeper spricht über seinen Wechsel

Koubek: "Ich muss mich gedanklich schnell umstellen"

Tomas Koubek

Neue Herausforderung in Augsburg: Torwart Tomas Koubek. imago images

Hinter Koubek liegen ereignisreiche Tage. Am 3. August spielte der Tscheche noch in China mit Stade Rennes um den französischen Supercup gegen Paris Saint-Germain (1:2), eine Woche später stand er für Augsburg beim Pokal-Aus in Verl (1:2) im Tor. Drei Tage danach redete der 26-Jährige in Augsburg erstmals über sich und seinen Wechsel. Auf Englisch sprach Koubek über...

... die ersten Tage beim FCA: "Es war eine verrückte Woche. Samstags habe ich noch in China gespielt, dann bin ich vierzehn Stunden nach Paris und weiter nach Rennes geflogen. Dort habe ich meine Sachen gepackt, am Montag war ich dann in Augsburg. Alles ist neu für mich, es ging schnell und war ein bisschen stressig."

... sein erstes Spiel in Verl: "Ich habe mich auf meine Leistung konzentriert, mein Job ist das Tor. Das erste Gegentor war unglücklich, Marek (Suchy, d. Red.) hat einen Schritt gemacht, der Ball sprang von meiner Hand wie von einem Trampolin an sein Bein und war drin. Das zweite Tor war richtig gut gespielt, aber es war Abseits. Es war natürlich kein guter Start, aber jetzt kommt die Bundesliga."

... Schwierigkeiten bei der Kommunikation auf dem Platz: "Ich muss mich gedanklich schnell umstellen, das ist schwierig. Normalerweise rede ich viel, um dem Team zu helfen. Das ist jetzt noch nicht möglich. Mit Marek rede ich Tschechisch, in Stresssituationen habe ich die Kommandos sofort auf Französisch im Kopf. Ich weiß nicht, ob mich dann jemand versteht. Wir müssen uns auf eine Sprache festlegen, daran werden wir arbeiten. Die Basics kommen schnell."

... den Schritt nach Augsburg: "Ich wollte eine neue Herausforderung. Die Bundesliga ist für mich der größte Wettbewerb: volle Stadien, gute Spieler, alles ist super. Die deutsche Liga ist besser als die französische, hier werde ich mich noch einmal verbessern. Bei Augsburg habe ich sofort gespürt, dass sie mich als Torwart und als Menschen wollen. Nach dem Spiel mit Rennes gegen Leipzig (am 26. Juli, d. Red.) hat mich mein Berater angerufen und mir vom Interesse aus Augsburg erzählt. Ich habe dann sofort bei Marek nachgefragt."

... weitere Gründe für den Wechsel: "Ich habe in Rennes nicht mehr das Vertrauen von allen Seiten gespürt. Das ist der wichtigste Grund, warum ich gegangen bin. Ich habe zwei Jahre lang einen guten Job gemacht, wir hatten Erfolg. Vielleicht habe ich mehr Respekt erwartet, von der Führung, vom Trainerstab. Rennes war auch an meinem Transfer interessiert. Ein weiterer Grund: Ich will im Nationalteam den nächsten Schritt machen und den Trainern zeigen, dass ich spielen kann. Zudem kann ich von der deutschen Torwartschule etwas lernen, dadurch werde ich Fortschritte machen.

... den Ligastart in Dortmund: "Wir spielen gegen einen richtig guten Gegner, den größten neben Bayern. Das ist eine Herausforderung. Ich erwarte viele Schüsse (lacht). Nein, es hängt davon ab, wie wir spielen. Borussia ist ein starker Gegner, aber es ist Fußball, das Spiel dauert 90 Minuten - alles ist möglich."

... seine Rückennummer 21: "Die Nummer ist nicht wichtig für mich. Ich hatte in Rennes die Nummer 40, weil ich erst drei Tage vor Transferschluss kam. Ich habe sie in der nächsten Saison behalten. In Augsburg waren jetzt nicht mehr so viele Nummern frei. Die 21 hatte ich schon bei Slovan Liberec."

Aufgezeichnet von David Bernreuther