Rückschlag für die SpVgg - Ernst muss operiert werden

Viel Frust in Fürth! Leitl kritisiert die Einstellung

Rachid Azzouzi, Andre Mijatovic & Stefan Leitl

Bedient: Fürths Bank mit Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi, Co-Trainer Andre Mijatovic und Chef-Coach Stefan Leitl (v.l.). imago images

Ein Klassenunterschied war an diesem Sonntagabend nicht zu erkennen. Eher im Gegenteil: Stark dezimierte Zebras zeigten dem Zweitligisten aus Fürth die Grenzen auf. In allen Belangen. Defensiv bekam die Spielvereinigung keinerlei Zugriff, offensiv fehlte es an Durchschlagskraft. Ein Kopfball an die Latte von Julian Green (27.) war die einzige herausgespielte Torchance in 90 Minuten bei einem Drittligisten.

"Es gab nicht ein oder zwei Minuten, in denen ich dachte, dass wir im Spiel sind. Wir hatten über die gesamten 90 Minuten keinen Zugriff", sprach Innenverteidiger Mergim Mavraj Klartext. "Die Abstimmung hat nicht gut funktioniert. Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Es waren die Attribute wie Zweikampfhärte und Leidenschaft, die den Ausschlag geben haben." In dieselbe Kerbe schlug auch Leitl: "Das alles hat nichts mit Taktik zu tun, sondern mit Einstellung. Wir werden das in aller Deutlichkeit ansprechen", kündigte der Trainer in der Dienstagausgabe der Fürther Nachrichten an.

Viel Frust, kaum Konstanz

Direkt nach dem Spiel war der Coach deutlich wortkarger. Auf der Pressekonferenz bedankte sich der sichtlich angefressene Leitl in knackigen 24 Sekunden bei den mitgereisten Fans und beglückwünschte den Gegner - "dabei möchte ich es belassen". Der Frust in Fürth ist groß, was auch Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi in den FN nicht verhehlte: "Ich bin brutal enttäuscht. Mit der Art und Weise bin ich überhaupt nicht einverstanden. Es wäre wichtig gewesen, ein paar Runden dabei zu sein."

Genau das aber gelang in den letzten acht Jahren kaum noch: In diesem Zeitraum war bereits viermal in der 1. Runde Schluss, dreimal stand das Aus in Runde zwei. Üppige Pokaleinnahmen sehen anders aus. Doch nicht nur finanziell, sondern auch sportlich wirft der erneute Rückschlag Fragen auf. Seit Jahren schaffen es die Weiß-Grünen nicht, Konstanz in ihre Leistungen zu bringen. Und das wohlgemerkt unter verschiedenen Trainern wie Stefan Ruthenbeck, Janos Radoki, Damir Buric und jetzt auch Stefan Leitl.

Fällt Ernst erneut länger aus?

Gibt das Kleeblatt nun in der Liga eine Antwort? Am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) kommt mit Jahn Regensburg ein denkbar unbequemer Gegner in den Sportpark Ronhof, der ebenfalls im Pokal enttäuschte. Dann wird Mittelfeldmotor Sebastian Ernst fehlen. Der 24-jährige Kilometerfresser muss sich eine Schraube aus dem gebrochenen Mittelfußknochen entfernen lassen und droht wochenlang auszufallen.

cru

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