Neuer Wölfe-Coach feiert erfolgreichen, aber spannenden Einstand

Glasner: "Da ziehe ich den Hut vor der Mannschaft"

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner

Sehr zufrieden mit seinem Debüt: Wolfsburgs neuer Coach Oliver Glasner. Imago Images

Es war nicht das entspannte Abhaken der Pflichtaufgabe gegen einen Drittligisten: Acht Tore, ein Platzverweis und ein aufopferungsvoll kämpfender Gegner machten das Pflichtspiel-Debüt von Oliver Glasner als Trainer des VfL Wolfsburg nervenaufreibender als erwartet. Der neue Mann in Niedersachsen zeigte sich dennoch sehr zufrieden. "Es war toll mit anzusehen, wir haben uns den Sieg verdient", sagte Glasner nach Schlusspfiff bei "Sky". "Wir haben mit dem ersten Torschuss des Gegners den Rückstand kassiert und die Mannschaft hat eine super Reaktion gezeigt", lobt Glasner, der nur vier Minuten nach Wiederanpfiff das 2:1 für sein Team bejubeln durfte. Man habe in der zweiten Hälfte alles im Griff gehabt, dann aber bei zwei Standardsituationen geschlafen. Das Ergebnis: das 3:3 in der Nachspielzeit. "Aber wenn du mit dem Schlusspfiff in Unterzahl den Ausgleich kassierst, und dann im ersten Pflichtspiel so reagierst - dann muss ich den Hut vor der Mannschaft ziehen", sagte der neue Wölfe-Coach, der im Sommer vom österreichischen Erstligisten LASK nach Niedersachsen wechselte. "Wir wissen, dass wir es fußballerisch noch besser machen können, auch beim Verteidigen von Standards. Aber von der Fitness und Moral her war es heute top", sagte Glasner.

Knoche nüchtern, Arnold selbstsicher

Robin Knoche, Torschütze zum vorentscheidenden 4:3 in der Verlängerung, sah das Spiel im Nachhinein nüchtern: "Wir sind froh, dass wir eine Runde weiter sind. Nach dem Ergebnis fragt am Ende keiner mehr. Das war heute eine ganz besondere Atmosphäre, davon lebt der Pokal." Teamkollege Maximilian Arnold hatte eine besondere Ansicht: "Ich hatte nie das Gefühl, dass hier noch etwas anbrennt - auch nicht nach dem 3:3."

Ich hatte nie das Gefühl, dass hier noch etwas anbrennt - auch nicht nach dem 3:3.

Maximilian Arnold

Bei Gegner Halle herrschte nach dem Schlusspfiff Enttäuschung vor, jedoch wusste man das Ergebnis im Lager des Drittligisten auch einzuordnen. "Wir haben Wolfsburg eigentlich fast durchgehend vom Tor weggehalten, aber dann die zwei Situationen, die zu Gegentreffern geführt haben, nicht gut verteidigt. Das ist dann vielleicht auch das Quäntchen, was ein Bundesligist mehr hat", sagte HFC-Kapitän Sebastian Mai, der nach einer knappen Stunde das 2:2 erzielt hatte. "Aus solchen Situationen müssen wir lernen."

fbs/sid

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