Die Nationaltorhüterin vom VfL Wolfsburg vor dem Ligastart

Schult: "Dann würden sie mich doch auslachen"

Almuth Schult

Schaut der kommenden Saison entspannt entgegen: Die verletzte Nationaltorhüterin Almuth Schult. imago images

Almuth Schult hatte gute Laune. Dabei läuft die diesjährige Vorbereitung für die Torhüterin des VfL Wolfsburg alles andere als normal. "Das war das erste Trainingslager, in das ich ohne Fußballschuhe gereist bin", schmunzelte die 28-Jährige im Rahmen der offiziellen Eröffnungs-Pressekonferenz mit Blick auf das Trainingslager des VfL in Walchsee/Österreich.

Nachdem Schult schon die WM in Frankreich mit einer Schulterverletzung bestritten und dabei starke Auftritte gezeigt hatte, musste sich die Nationaltorhüterin zwischenzeitlich einer OP unterziehen. Wie lange sie noch ausfällt, weiß Schult derzeit selbst nicht: "Ich bin momentan weit davon entfernt, auf dem Platz zu stehen. In drei, vier Wochen kann ich die Schulter wohl wieder benutzen und ins Lauftraining einsteigen. Ich würde mich freuen, wenn ich dieses Jahr nochmal spiele."

Ich freue mich jedenfalls, dass ich in Deutschland spiele, das ist eine sehr gute, attraktive Liga - deshalb bin ich ja auch noch da.

Almuth Schult

Trotz der ungewohnten Situation gibt sich Schult entspannt, freut sich auf die Liga und antwortet auf die Frage nach den Saisonzielen des VfL Wolfsburg grinsend: "Wir wollen am liebsten alle drei Titel holen und alle Spiele gewinnen. Wenn ich weniger als Ziel ausgeben würde, würden sie mich doch auslachen."

Trotz der Lockerheit ist sich die Torfrau auch darüber im Klaren, dass jede Saison neue Herausforderungen auf den VfL warten, der sich nach den Abgängen von Kapitänin Nilla Fischer (zum Linköpings FC/Schweden) und Top-Vorlagengeberin Caroline Hansen (FC Barcelona) in einem Umbruch befindet. "Wir wissen, dass wir die Gejagten sind. Es ist schwer, einen Titel zu holen, aber es ist noch schwere, ihn auch zu verteidigen. Aber wir haben uns auch gut verstärkt - es wird schwer sein, eine erste Elf zustellen", glaubt die Torfrau.

Schult sieht die Entwicklungen positiv

Zu den Entwicklungen rund um die Frauen-Bundesliga und die Stärke der Liga an sich äußerte sich Schult positiv - auch wenn viele ihrer Nationalmannschaftskolleginnen inzwischen den Weg in andere europäische Ligen vorziehen. "Ich bin froh, dass es inzwischen zwei TV-Partner gibt, und auch die feste Anstoßzeit freitags um 19.15 Uhr ist ein Fortschritt. In Wolfsburg spielen immer noch sehr viele Spielführerinnen von Nationalmannschaften. Ich freue mich jedenfalls, dass ich in Deutschland spiele, das ist eine sehr gute, attraktive Liga - deshalb bin ich ja auch noch da."

Susanne Müller