Frauen-Bundesliga geht in die 30. Saison

"In einer Senke": Ullrich skizziert einen Ausweg

Neu vermarktet: Geht es für die Frauen-Bundesliga raus aus der Senke? (v.l: Siegfried Dietrich, Heike Ullrich, Almuth Schult) imago images

Von "großen Entwicklungsschritten" sprach Heike Ullrich, DFB-Direktorin Verbände, Vereine und Ligen, mit Blick auf die letzten Jahre der Frauen-Bundesliga. Sei man zunächst noch vor allem aufs Sportliche konzentriert gewesen, gelte es inzwischen immer mehr, die Wahrnehmung des Sports zu stärken. Das gehe nicht nur mit diversen Sponsoren einher - aktuell wechselt der Namensgeber der Frauen-Bundesliga von der Allianz zu Flyeralarm - auch die Vermarktung der Liga läuft auf vollen Touren. Damit dies noch besser gelingt, wurden unter anderem neue Anstoßzeiten beschlossen. In der neuen Saison findet ein Spiel immer am Freitag um 19.15 Uhr statt, das live von Eurosport übertragen wird. Die weiteren Spiele folgen zu festen Anstoßzeiten am Samstag um 13 Uhr sowie am Sonntag um 14 Uhr. Zudem sei man in Gesprächen mit der ARD, wie Ullrich mitteilte, in denen es darum gehe, künftig ein Samstags-Spiel als Zusammenfassung in der Sportschau zu zeigen. "Wir wollen diese interessante, ausgeglichene und überraschende Liga weltweit präsentieren", kündigte Ullrich an. Mit Blick auf die zahlreichen Wettbewerbe, in denen Teams wie der VfL Wolfsburg oder der FC Bayern München vertreten sind, werde man die Spiele künftig mit einem Vorlauf von vier bis fünf Wochen terminieren.

Liga-Ausschuss geplant

Zudem wird demnächst über einen Antrag auf einen eigenen Liga-Ausschuss beim DFB-Bundestag entschieden. Dieser Ausschuss soll von Siggi Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, als Vorsitzendem geleitet werden, der von den Bundesligavereinen einstimmig gewählt worden war. Dietrich hält den Ausschuss vor allem deshalb für sinnvoll, da die bislang getätigten Maßnahmen "nicht der massive Weg nach vorne sind, der uns als Liga so platziert, wie wir uns das wünschen. Es ist an der Zeit, mit einem Ausschuss der Frauen-Bundesligen die Interessen und Kräfte mit Blick auf die gemeinsamen Herausforderungen und Ziele zu bündeln."

Blick ins Ausland

Mit Blick auf die anderen europäischen Ligen, die Deutschland in den letzten Jahren mächtig Konkurrenz machen und in die auch in dieser Saison wieder zahlreiche Top-Spielerinnen abgewandert sind, bleibt Ullrich noch gelassen: "England hat einen Riesenschritt gemacht, das ist ein sehr starker Markt. Vor allem haben sie zum Frauenfußball eine andere Einstellung entwickelt. Bei Spanien und Italien bin ich gespannt, wie sie sich entwickeln."

Ansporn

Alles in allem fordert Ullrich auch dazu auf, die Entwicklungen in Europa "als Ansporn" für Deutschland zu sehen und ähnliche Wege zu beschreiten. Dietrich gab indes zu: "Momentan sind wir in einer Senke drin, aus der wir mit Engagement aber wieder rauskommen. Die Kompaktheit der Bundesliga hat keine andere Liga."

Susanne Müller