Regionalligist nach starkem Auftritt im Pokal

Aachen-Coach Kilic: "Wenn ich am Ende der Depp bin, dann ist das eben so"

Fuat Kilic

Steckt sich hohe Ziele: Aachen-Trainer Fuat Kilic. imago images

"Wir hatten die Möglichkeit zum Ausgleichstreffer. Dann musst du das Ding reindrücken", trauerte Aachen-Trainer Fuat Kilic der vergebenen Chance von David Bors zum zwischenzeitlichen 2:2 auf der Vereinswebsite nach. Der 24-Jährige traf den Ball nach einer halbhohen Hereingabe von Stipe Batarilo-Cerdic allerdings nicht sauber, sodass Bayer-Keeper Öczan leichtes Spiel hatte. Kilic ist sich sicher, dass die Szene die Partie noch eine andere Richtung hätte lenken können: "Leverkusen hätte angefangen nachzudenken". In der Folge spielte die Werkself aber ihre individuelle Stärke aus und bezwang die Hausherren im ausverkauftem Tivoli letztendlich mit 4:1.

Kilics "Euphorie-Maßnahme"

Nachdem der Pokal nun wegfällt, können sich die Aachener wieder voll auf die Liga konzentrieren, in der sie sich auch hohe Ziele gesteckt haben. "Es ist unsere Erwartungshaltung, in der Liga um den Aufstieg mitzuspielen", äußerte sich Kilic im Anschluss des Leverkusen-Spiels. Der Aachener Coach weiß zwar, dass er sich damit "selbst unter Druck setzt", sah diese Maßnahme allerdings als notwendig an. Der 46-Jährige wollte "das kleine Flämmchen Euphorie" nach dem Verbandspokalsieg und der DFB-Pokal-Qualifikation "am Leben halten".

Allerdings nehmen die Aachener im Moment eher die Rolle des Brandmeisters ein: Nach zwei Spielen in der laufenden Saison der Regionalliga West steht die Alemannia mit einem Punkt und Platz 16 da. Doch könnte das Pokal-Spiel für den nötigen Auftrieb gesorgt haben: "Der Auftritt gegen Leverkusen sollte uns für die Liga pushen", erwartet Batarilo-Cerdic. Das Spiel gegen Aufsteiger TuS Haltern nächste Woche Dienstag könnte ein erster Gradmesser der noch jungen Saison werden.

Ob Aachen doch noch ins Aufstiegsrennen einsteigt, wird sich zeigen müssen. Trainer Kilic würde sich beim Verpassen seines eigens ausgegebenen Ziels jedoch nicht verrückt machen: "Wenn ich am Ende der Depp bin, dann ist das eben so." Doch könne man laut ihm "ohne ein Risiko einzugehen den Verein niemals nach oben führen".

kon / Holger Richter