Hertha: Joker Esswein sticht im Pokal

Covic: Extra-Lob für Darida

Vladimir Darida

Wird nach vielen Verletzungen wieder wichtig für das Hertha-Spiel: Vladimir Darida. imago images

"Wir versuchen den Jungs zu erklären, dass die Wettkampfminuten die schönste Zeit sind, die du bekommen kannst", sagte Ante Covic am Tag nach seiner geglückten Pflichtspiel-Premiere als Coach der Hertha-Profis. "Diese Zeit wird keinem geschenkt, sondern sie wird sich erarbeitet. Jeder kämpft um seine Minuten. Man sieht, dass wir einen gesunden Konkurrenzkampf haben."

Wie Joker Esswein galt auch Vladimir Darida eingangs des Sommers als Transferkandidat, doch mit einer starken Vorbereitung erkämpfte sich der Tscheche im zentralen Mittelfeld einen Stammplatz - und überzeugte auch am Sonntag in Ingolstadt gegen den Bayern-Regionalligisten Eichstätt. Darida erzielte nach einer Ecke von Ondrej Duda Herthas erstes Pflichtspieltor unter Covic, auch am dritten Treffer war er mit seinem Ball auf Vorbereiter Marko Grujic, der Vedad Ibisevic per Kopf bediente, entscheidend beteiligt.

Daridas starke fünf Wochen

Nach zwei schwachen Jahren, in denen Muster-Profi Darida auch wegen etlicher Verletzungen (zuletzt ein Außenbandriss im linken Knie) nie seinen Rhythmus fand, ist er wieder wichtig fürs Berliner Spiel. "Oft ist es so, dass ein Spieler, der in der Vorbereitung so abdrückt wie Vladi, im ersten Pflichtspiel das dann nicht umsetzen kann", erklärte Covic. "Aber Vladi hat nahtlos daran angeknüpft, was er in den letzten fünf Wochen gezeigt hat."

In der Viererabwehrkette hatte der Trainer rechts überraschend Mathew Leckie den Vorzug vor dem in der Vorbereitung überzeugenden Lukas Klünter gegeben und lieferte die Begründung dafür am Montag: "Die Überlegung war, dass wir mit Mathew einen Spieler dabei haben wollten, der mehr zwischen den Ketten etwas auflösen und der gegen einen tief stehenden Gegner Akzente setzen kann. Das hat er phasenweise ordentlich gemacht. Aber wir haben am Freitag in München ein ganz anderes Spiel." Beim Bundesliga-Start gegen den Meister dürfte rechts somit Klünter den Vorzug bekommen - und links hinten braucht Covic Maximilian Mittelstädt, der nach seinem wegen der U-21-EM verspäteten Trainingseinstieg erstaunlich schnell Frische und Form gefunden hat und auch in Ingolstadt einer der Aktivposten war: erst links vorn, nach der Pause links hinten.

Plattenhardt-Ersatz Torunarigha wirkt übereifrig

Marvin Plattenhardt (Muskelverletzung im Oberschenkel) fällt vorläufig aus, der am Sonntag in der Startelf als linker Außenverteidiger aufgebotene Jordan Torunarigha wirkte übereifrig und stand kurz vor einer Gelb-Roten Karte. "Jordan wollte sich dem Trainer anbieten und war übermotiviert", sagte Covic und nannte das "das typische Merkmal eines jungen Spielers, der dazu neigt zu überdrehen". Wegen der Gelben Karte habe er ihn "schützen wollen und zur Halbzeit runtergenommen". Mittelstädt brachte vom Pokalspiel eine Blessur am Zehennagel mit, aber laut Covic "ist das keine gravierende Geschichte". Mittelstädts Einsatz in München steht somit nichts im Wege.

Steffen Rohr

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