Covic nimmt Torunarigha in Schutz

Starks Forderung für München

Ante Covic

Herthas neuer Mann an der Seitenlinie: Ante Covic. Getty Images

"Man hat gemerkt, dass, wenn man zwei Körner rausnimmt, Eichstätt direkt gut ins Spiel kommt", lobte Herthas Niklas Stark den unterklassigen Gegner, der nie "aufgegeben, immer angelaufen und immer die Zweikämpfe gesucht" habe. "Das war nicht einfach, wenn man nicht 100 Prozent auf den zweiten Ball geht", führte der Innenverteidiger weiter aus und war unter dem Strich zufrieden: "Trotzdem haben wir es souverän zu Ende gespielt und dann auch verdient gewonnen."

Stark stellte allerdings auch klar, dass es "am Freitag ein Komplett anderes Spiel wird". Am Freitag steht der Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern München an - und dann ist die Rollenverteilung eine andere, denn dann wird Hertha der Außenseiter sein, der seine Chance sucht und der überraschen möchte. Wie man das schaffen kann, weiß Stark. "Da muss man konzentriert sein, damit man eine Sensation schafft."

Dass die Hertha die Bayern ärgern kann, ist kein Geheimnis, immerhin verlor die "Alte Dame" nur eines der letzten fünf Bundesligaspiele gegen den Rekordmeister - das war vergangenen Februar beim 0:1 in der Allianz Arena. Zuvor hatte es drei Remis sowie einen Heimsieg gegeben. Daraus lässt sich Mut schöpfen, oder, um es in Starks Worten auszudrücken: "Das haben wir schon geschafft, deswegen wollen wir das natürlich wiederholen - und trauen uns das auch zu."

Da musst du konzentriert sein, um eine Sensation zu schaffen.

Niklas Stark, Hertha BSC

Berlins Trainer Ante Covic zeigte sich zufrieden mit seinem ersten Pflichtspiel und war voll des Lobes für den Gegner. "Als aller erstes möchte ich ein Riesenkompliment an den VfB Eichstätt machen. Weil ich glaube, dass die Jungs aus ihren Möglichkeiten alles rausgehauen haben", sagte der Kroate, der auch an die eigenen Fans ein "Riesenkompliment" verteilte. Deren Support sei auch eine Verpflichtung, denn: "Wenn wir 1500 Zuschauer am Sonntagmittag hier haben, dann sind wir ein Stück weit dazu verpflichtet, eine gute Performance abzuliefern."

"Dann wird sich unsere Qualität durchsetzen"

Bei allem Lob für Eichstätt, Covic machte keine Geheimnis daraus, dass die Hertha aufgrund ihrer individuellen Qualität unter Siegzwang gestanden hatte. "Bei allem Respekt für Eichstätt, aber wenn wir die Mentatlität an den Tag legen - dann wird sich unsere Qualität durchsetzen", sagte der 47-Jährige und ergänzte: "Das haben die Jungs jeder Zeit gezeigt."

Den unglücklich agierenden und zur Halbzeit ausgewechselten, weil stark Rot-gefährdeten Jordan Torunarigha nahm Covic derweil in Schutz: "Ich glaube, dass Jordan auch sehr ordentliche Aktionen hatte. Er hat im Eifer des Gefechts etwas überdreht. Das ist kein Neuland für uns. Wenn du mit jungen Spielern arbeitest, - und das tun wir - musst du das auch in Kauf nehmen. Wichtig ist, dass du den Jungen wieder aufbaust. Ich glaube, dass er vom Potenzial her ein Spieler ist, der uns auch in Zukunft weiterhelfen wird."

München im Blick

Über die kommende Aufgabe im München sagte der Trainer schmunzelnd: "Dass wir nicht als haushoher Favorit nach München fahren, da sind wir uns alle einig. Nichtsdestotrotz musst du irgendwann in der Meisterschaft nach München fahren und gegen Bayern spielen. Ich glaube, dass wir gut gerüstet nach München reisen werden."

Das Pflichtspieldebüt von Neuzugang Dodi Lukebakio empfand er als sehr wichtig: "Bei Dodi bin ich froh, dass er sein Pflichtspieldebüt gegeben hat. Denn ich glaube, dass Dodi ein Unterschiedsspieler für uns sein wird. Wichtig ist, dass wir ihn zu 100 Prozent bekommen."

Besagter "Unterschiedsspieler" selbst war erfreut über sein Debüt, machte aber auch klar, dass er noch an sich arbeiten müsse: "Ich fühle mich gut, aber ich bin immer noch in der Vorbereitung. Ich muss etwas mehr arbeiten als meine Teamkollegen, weil ich sehr spät in die Vorbereitung gestartet bin. Aber ich werde versuchen, so schnell wie möglich fit zu werden."

Seine Rückkehr nach München nach seinem Hattrick in der letzten Saison im Dress von Fortuna Düsseldorf wollte der Stürmer nicht überbewerten: "Es ist etwas Besonderes, aber ich möchte mir da keinen Druck machen. Das Wichtigste ist, dass wir unser bestes Geben und hoffentlich etwas Gutes schaffen."

fob