TSG bricht Bayern-Rekord - wechselhaftes Pflichtspieldebüt des Trainers

Schreuder: "Was dann passiert ist, geht natürlich nicht"

Kritisierte das Auftreten seiner Mannschaft: Hoffenheim-Coach Alfred Schreuder.

Kritisierte das Auftreten seiner Mannschaft: Hoffenheim-Coach Alfred Schreuder. imago images

Vogt: "Dann wurde es eklig"

Da hatten es sich die Kraichgauer unnötig schwer gemacht und eine vermeintlich vorentscheidende 2:0-Führung leichtfertig aus der Hand gegeben. "Was dann passiert ist, das geht natürlich nicht. Wir haben aufgehört, das zu machen, was wir gut können: Aggressiv nach vorne verteidigen, dominant sein und mutig spielen. Das habe ich nicht mehr gesehen", kritisierte Trainer Alfred Schreuder, "dann passiert so etwas. Gott sei Dank haben wir das Spiel noch gewonnen."

Der Bruch im Spiel ist für Baumann wie das Elfmeterschießen "eine Kopfsache, das dürfen wir nicht zulassen". Das hat auch der Kapitän erkannt. "Wir haben es vielleicht ein bisschen zu leicht genommen und es nach dem 2:0 eingestellt. Uns nicht mehr so gut bewegt und den Ball nicht mehr so gut laufen lassen", gestand Kevin Vogt, "65 Minuten hat Würzburg den Ball fast gar nicht gesehen, da waren wir richtig dominant fürs erste Pflichtspiel. Und dann haben wir aufgehört. Würzburg kam in einen Flow rein mit Adrenalin und der dritten Luft. Das klassische Pokalspiel haben wir dann doch zugelassen. Dann wurde es eklig. Das musste nicht sein, daraus werden wir unsere Lehren ziehen. Aber am Ende ist es wichtig, dass man weiterkommt."

Hoffenheim spielte noch mehr Pässe als die Bayern

Die so entstandene Hektik überdeckte die eigentlich starke Hoffenheimer Startphase. "Ich sehe nicht alles durch die rosarote Brille, aber ich denke, dass wir schon sehr weit sind, wenn wir die ersten 65 Minuten betrachten. Das war schon sehr dominant fürs erste Pflichtspiel gegen eine Mannschaft, die auch keine Laufkundschaft ist", urteilte Vogt. In der Tat hatte die TSG bis dahin einen neuen Rekord im DFB-Pokal aufgestellt. Die Analysten von opta bescheinigen Hoffenheim in der ersten Halbzeit die bis dahin höchste jemals in diesem Wettbewerb ermittelte Passquote. 489 Pässe haben die Kraichgauer in den ersten 45 Minuten gespielt, damit löst Hoffenheim den bisherigen Rekordhalter FC Bayern München ab, der im Viertelfinale der Saison 2013/14 beim 5:0 gegen den HSV auf 484 Zuspiele vor der Pause kam.

Eine netter Randaspekt, (noch) nicht mehr. "Ein Spiel geht über 90 Minuten, 65 reichen halt nicht. Wenn du dann auf 80, 85, 90 Prozent umschaltest, dann ist es auch gegen die Würzburger Kickers schwer", erkennt Vogt, "das müssen wir uns zu Herzen nehmen und auch umsetzen, dann bin ich guter Dinge. Da müssen wir hinkommen, das ist Alfreds Idee, wir müssen das umsetzen und sind erst am Anfang. Wir müssen die Kontrolle behalten und es souveräner spielen, da haben wir noch ein bisschen was zu tun."

Michael Pfeifer

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