DFB-Pokal - 1. Runde, Samstag, Spätspiele

Doppelpacker Pizarro rundet Bremer Tor-Gala ab - Baumann rettet Hoffenheim

Claudio Pizarro

40 Jahre - und noch lange nicht genug: Claudio Pizarro schnürt für Werder Bremen im DFB-Pokal einen Doppelpack. imago images

Osako eröffnet, Pizarro beschließt: Werder fegt Delmenhorst aus dem Weserstadion

Ein "Heimspiel" in der 1. Runde des DFB-Pokals hatte der SV Werder Bremen am späten Samstagabend vor der Brust: Weil Oberligist SV Atlas Delmenhorst selbst einen Antrag gestellt hatte, durfte im Weserstadion gespielt werden. Vor den bestens bekannten Tribünen und Fans taten sich die Grün-Weißen auch von Beginn an relativ leicht, kombinierten gefällig und verbuchten durch Osako (10.), Moisander (20.), Rashica (37.) und Klaassen (40.) gleich vier Tore in den ersten 45 Minuten. Allerdings wusste auch der Underdog einmal zu gefallen: Schmidt erzielte einen Ehrentreffer (30.).

Mit dem 4:1 im Rücken taten sich die Werderaner wenig verwunderlich einfach im zweiten Abschnitt, die Lust auf Tore war aber noch nicht gestillt - und zwar dank Pizarro. Der "Ewige Pizza", der mit 40 Jahren in seine 20. Bundesliga-Saison gehen wird (zehn für Bremen), kam in Minute 65 rein und schnürte schnurstracks einen Doppelpack (68. und 74.).

Nur einer ist älter als Pizarro

2:0, 3:2, Elfmeterschießen und Baumann: Hoffenheims Wechselbad

3. Liga gegen Bundesliga? Das kann im DFB-Pokal auch mal schief gehen - und wäre es auch fast zwischen den Würzburger Kickers und der TSG 1899 Hoffenheim. Der Spielverlauf hatte es in sich: Mit starken Kombinationen drückten die Kraichgauer die Unterfranken zunächst hinten rein, setzten durch Rückkehrer Rudy eine erste Duftmarke. In Minute 29 war's dann soweit: Nach einer überragenden Parade von Verstappen stand Kaderabek goldrichtig und nickte aus nächster Nähe ein. Dass es nach 45 Minuten beim 1:0 blieb, lag vor allem daran, dass Hoffenheim trotz deutlicher Überlegenheit reihenweise Chancen ausließ.

TSG 1899 Hoffenheim

Dank Torwart Oliver Baumann hat die TSG 1899 Hoffenheim das dramatische Spiel in Würzburg im Elfmeterschießen überstanden. imago images

Das änderte sich in Abschnitt zwei: Neuzugang Bebou (kam von Hannover 96) wurde von Rudy freigespielt und traf wuchtig zum 2:0 (54.). Dann ließ es der Favorit zu lässig angehen, fing sich prompt das 1:2 in einer druckvollen Kickers-Phase (68., Kaufmann) und im Anschluss sogar das 2:2 (75., Elfmeter von Vrenezi). Das 3:2 war für den Gastgeber ebenfalls möglich, 1899 schwamm und musste letztlich mit der Verlängerung leben. Dort kombinierten sich Bebou und Szalai stark nach vorn - Letzterer vollendete zum 3:2 (99.). Doch dabei sollte es nicht bleiben, obwohl zunächst Pfeiffer gleich zweimal an der Querlatte verzweifelte. Der Stürmer machte es aber wenig später besser und traf zum umjubelten 3:3 (114.). Es ging ins Elfmeterschießen, dort verließen dann Kickers-Profi Hansen die Nerven, weswegen der Bundesligist um den starken Torwart Baumann (parierte zwei Elfmeter) doch weiterkam.

Heidenheim dankt Leipertz und Schnatterer

Einen starken Start ins Spiel erwischte Zweitligist Heidenheim, der sich beim SSV Ulm 1846 vorstellte - und dem Südwest-Regionalligisten direkt ein Gegentor einschenkte. Leipertz traf via Kopf zum 1:0 (7.). Dies war zugleich der Pausenstand, weil sich der FCH nach dem Tor etwas zurückzog und Ulm mitspielen ließ. Nach dem Seitenwechsel hätte Kapitän Schnatterer die Ostalbstädter mit 2:0 in Front schießen müssen, ließ die Gelegenheit aus bester Lage aber aus - genauso wie Griesbeck wenig später. Erst in der 72. Minute war alles klar, als Schnatterer einen strittigen Elfmeter sicher zum alles entscheidenden 2:0 verwandelte (72.).

Baunatal ärgert Bochum - doch Ganvoula ist zu viel

Silvere Ganvoula (links) und Simon Zoller

Dreierpack im DFB-Pokal: Silvere Ganvoula (links, hier mit Simon Zoller) ist der Mann des Spiels für den VfL Bochum. picture alliance

Mit dem VfL Bochum war zu späterer Samstagabendstunde ein weiterer Zweitligist im Einsatz. Es ging zum Hessenliga-Vertreter KSV Baunatal, wo bereits nach 18 Minuten etwas glücklich das 1:0 zustandekam: Nach einem vermeintlichen Foul von Blahout an Zoller gab es einen äußerst diskutablen Elfmeter, den Ganvoula sicher ins rechte Eck verwandelte (18.). Das Gegentor warf den Außenseiter aber nicht aus der Bahn. Ganz im Gegenteil: Elfmeterverursacher Blahout stellte zunächst auf 1:1 (32.), ehe der Fünftligist nach einem kapitalen Abwehrfehler des VfL sogar durch Schrader das 2:1 markierte (45.+3). Davon musste sich Bochum erholen - und tat sich schwer damit. Es fehlte teils komplett an Ideen. Dennoch durfte sich der Klub von der Castroper Straße am Ende freuen und sich bei Ganvoula bedanken: Der Stürmer traf in Minute 70 und 73, stellte auf 3:2, schnürte den Dreierpack und brachte seine Farben somit glücklich eine Runde weiter.

mag

Bilder zur Partie Würzburger Kickers - TSG Hoffenheim