Wir schreiben Pokal-Geschichten

Der Aachener Tivoli: immer wieder eine Reise wert.

17.08.2009: Der neue Tivoli erlebte vor zehn Jahren sein Pflichtspiel-Debüt gegen den FC St. Pauli. Das Ergebnis war ein desillusionierendes 0:5 und wer sich den darauffolgenden Absturz des TSV vor Augen führt, wird zugeben müssen: Wir erlebten an diesem Tag die beispielhafte Definition eines schlechten Omens. Wirklich warm wurde die Aachener Fanseele danach nicht mit dem neuen Stadion.

Das lag auch daran, dass der alte Tivoli viele unvergessliche Momente bereithielt. Als ich im Jahr 2000 mit 14 Jahren nach Aachen zog, verfolgte ich zwar die Bundesliga, eine fußballerische Heimat hatte ich aber noch nicht. Nun also Aachen - ein Zweitligist und dort nicht mal unter den besseren Mannschaften. Mein frisch hinzugewonnener Stiefvater Robert ließ sich jedoch nicht irritieren. Als eingefleischter Alemannia-Fan nahm er mich mit auf den Tivoli und brach so in Rekordzeit das Eis zwischen uns. Eines meiner ersten Spiele im Stadion war die Pokalpartie gegen Leverkusen. Mit 1:2 unterlagen die Kartoffelkäfer zwar, doch der zwischenzeitliche Ausgleich ist bis heute eine süße Erinnerung und gab mir einen Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Jahren folgen sollte.

Publikumslieblinge wie Willi Landgraf, die sich erbarmungslos in jeden Zweikampf warfen, Pokalwunder gegen die Bayern, Pokalfinale gegen Werder, Europapokal als Zweitligist, der lang ersehnte Bundesligaaufstieg, ein Verein im Freudentaumel. Doch der Kater fiel heftig aus und ließ uns erst in der Regionalliga wieder vollends ausnüchtern.

19 Jahre nach meinem ersten Pokalspiel im Stadion und sieben Jahre nach der letzten Pokalpartie auf dem Tivoli konnten sich die Schwarz-Gelben wieder für den Wettbewerb qualifizieren, in dem Fußballwunder noch Platz finden. Der Gegner: Bayer Leverkusen. Ich bin mit Robert im Stadion und sauge die Atmosphäre auf. Als Wahl-Berliner komme ich nicht mehr allzu oft in den Genuss des Tivolis. Die Alemannia beißt sich sofort in die Partie, reißt das Publikum mit. Zwei bittere Gegentore in der ersten Halbzeit leiten die 1:4-Niederlage ein, wieder hat es nicht gegen die Werkself gereicht. Doch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer hat Erinnerungen geweckt an all die euphorischen Momente der Vergangenheit und gezeigt, dass die Alemannia sie auch als Viertligist im neuen Stadion noch erzeugen kann.

Aufstellungen und Noten:

Aachen: Cymer 5 - Fiedler 3 (81. Glowacz), Heinze 3, Hackenberg 4,5 - Garnier 5, Müller 3,5, Rakk 4 (83. Pütz), Wallenborn 3,5 (69. Salata) - Rüter 3,5, Bors 2,5, Batarilo-Cerdic 2.

Leverkusen: Özcan 2 - Dragovic 3, S. Bender 2, Tah 3 - Aranguiz 3 (72. Baumgartlinger), Demirbay 3 - Bellarabi 4 (72. Bailey), Havertz 2,5, Amiri 4 (81. Diaby), Wendell 3 - Volland 3,5.

SR: Martin Petersen (Stuttgart) 4,5.

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