Iran droht Ausschluss von der WM 2022

Iranische Justiz: Stadionverbot für Frauen geht FIFA nichts an

FIFA-Präsident Gianni Infantino (li.) mit Irans Sportminister Masoud Soltanifar.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (li.) mit Irans Sportminister Masoud Soltanifar. Getty Images

"Es ist doch nicht die Angelegenheit der FIFA, ob unter den Fußballfans in den Stadien auch Frauen sind oder nicht", äußerte sich Generalstaatsanwalt Mohamed Dschafar Montaseri laut der Nachrichtenagentur Isna. Er verstehe nicht, seit wann es die FIFA interessiere, ob iranische Frauen "vom Segen eines Fußballspiels beraubt werden". Montaseri gilt als erzkonservativer Kleriker eines erzkonservativen Staates.

Diesbezügliche Forderungen der FIFA werden im Iran nicht nur ignoriert, sondern sogar für eine politische Verschwörung gehalten - was "wir daher auch nicht auf die leichte Schulter nehmen", so Montaseri. Werden jene Forderungen allerdings nicht erfüllt, droht dem Iran der Ausschluss von der WM 2022 - was für das fußballverrückte Land wohl einer nationalen Katastrophe gleichkäme.

Verband und Präsident wollen Verbot aufheben

Dabei sollen der iranische Fußballverband FFI und auch die Regierung um Präsident Hassan Ruhani einverstanden sein, das jahrzehntelange Verbot aufzuheben - die Krux an der Sache ist jedoch, dass solche Angelegenheiten im Iran als so religiös gelten, dass es dem einflussreichen Klerus vorbehalten ist, das finale Urteil zu fällen. Und in diesen Kreisen herrscht weiterhin die Ansicht, dass es "eine Sünde sei, wenn Frauen halbnackten Männern beim Spielen zuschauen".

dpa/nba