Trapp spricht über seine Rückkehr und die Perspektive

"Die Eintracht ist immer für eine Überraschung gut"

Kevin Trapp

Kevin Trapp ist wieder Adlerträger und die Nummer 1. imago images

...den Wechsel und seinen Fünfjahresvertrag: "Es ist ein tolles Zeichen von beiden Seiten, dass wir uns auf einen so langen Vertrag einigen konnten. Es ging wesentlich schneller und früher als im letzten Jahr, trotzdem war es nicht so einfach. Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat. Wir hatten ein super erfolgreiches Jahr, das hat bei meiner Entscheidung eine große Rolle gespielt. Ich bin sehr froh, dass es am Ende geklappt hat - auch mit so einer langen Laufzeit."

...die Hängepartie um seine Verpflichtung: "Dafür gab es mehrere Gründe. Wir hatten uns letztes Jahr darauf geeinigt, dass ich erst mal wieder zurück nach Paris gehe und schaue, was passiert. Fredi hat immer wieder mit den Verantwortlichen in Paris gesprochen. Aber wir waren auch viel unterwegs, ich befand mich im Trainingsbetrieb und habe gespielt. Solche Dinge sind nicht in zwei Tagen erledigt, das waren jetzt vier, fünf Wochen. So eine Transferperiode ist nie einfach, viele Dinge spielen eine Rolle. Deswegen hat es am Ende etwas länger gedauert als vielleicht erwartet. Es gab nie wirklich große Differenzen, aber viele Dinge, über die wir sprechen mussten. Der schwierigere Teil war der zwischen den beiden Vereinen. Zwischen Frankfurt und mir waren die grundlegenden Dinge relativ schnell klar."

...das Interesse anderer Klubs: "Es gab Interesse von anderen Vereinen. Ohne ins Detail zu gehen, hätte ich woanders wahrscheinlich mehr verdienen können. Aber das ist für mich nicht der einzige Grund, zu einem Verein zu gehen. Es müssen fast alle Dinge passen. Ich bin froh, dass es so kam, wie es jetzt kam."

...die Perspektive der Eintracht in den kommenden Jahren: "Wenn man sieht, wie sich die Eintracht weiterentwickelt hat... Früher war das eigentlich ein grauer Verein, der sich immer irgendwo im Mittelfeld der Bundesliga platziert hat. Mittlerweile ist das ein Verein, der um die ersten sechs Plätze mitspielen kann und immer für eine Überraschung gut ist. Letztes Jahr sind wir bis ins Habfinale der Europa League gekommen und haben große Gegner ausgeschaltet, davor gab es den Pokalsieg im Finale gegen Bayern München. Der Verein hat sich in den letzten vier, fünf Jahren extrem weiterentwickelt und wächst sehr schnell. Das ist natürlich auch mein Ziel. Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln und dem Verein dabei helfen, sich weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein."

...Gespräche mit dem Trainerteam der Nationalmannschaft: "Ich habe mich mit Andy Köpke regelmäßig ausgetauscht. Als am Dienstag klar war, dass es funktionieren wird, habe ich auch den Bundestrainer benachrichtigt. Ich habe das Gefühl, dass alle sehr glücklich mit meiner Entscheidung sind."

...ein mögliches Karriereende in Frankfurt, wenn sein Vertrag in fünf Jahren endet: "Ich weiß nicht, ob ich mit 34 Jahren aufhören will. Wenn ich mich dann so fühlen sollte wie heute, kann ich mir auch vorstellen, noch weiterzuspielen. Aber klar: Wenn man einen so langen Vertrag unterschreibt, denkt man auch darüber nach. Es gibt allerdings genug Beispiele, dass man noch wesentlich älter als 34 Jahre sein kann und auf hohem Niveau spielt. Das ist - Stand jetzt - mein Ziel."

...die Zielsetzung in der kommenden Spielzeit: "Ich hoffe, dass wir wieder so eine erfolgreiche Saison spielen werden. In den letzten Jahren hat der Verein immer um die internationalen Plätze mitgespielt. Mit unserer Mannschaft ist das auch dieses Jahr möglich. Trotzdem wissen wir, dass die Bundesliga eine der besten Ligen ist und es kein Selbstläufer ist, so erfolgreich zu sein. Wir müssen wieder sehr viel und hart arbeiten. Wenn wir uns für die Gruppenphase qualifizieren sollten und auch in die zweite Pokalrunde kommen, erwarten uns 31 Spiele in der Hinrunde. Das ist normalerweise eine ganze Saison..."

...den Verlust von Luka Jovic und Sebastien Haller: "Wenn du zwei solche Spieler verlierst, machst du dir Gedanken, wir haben mit ihnen sehr viele Tore verloren. Aber ich habe in den Gesprächen mit Fredi Bobic und Adi Hütter herausgehört, dass sie sehr positiv gestimmt sind. Es ist nicht so, dass die ganze Mannschaft auseinanderbricht. Fredi und die anderen Verantwortlichen haben einen super Job gemacht. Mit mir ist der dritte Spieler, den sie unbedingt zurückholen wollten, zurückgekommen. Sebastian Rode und Martin Hinteregger sind sehr wichtige Spieler. Insgesamt sind es jetzt sieben Verpflichtungen, die Mannschaft wurde grundsätzlich sehr verstärkt."

...mögliche Ambitionen auf das Kapitänsamt: "Ich habe darüber mit niemandem gesprochen. Schon letztes Jahr habe ich die Rolle als einer der Führungsspieler eingenommen, daran wird sich nichts ändern. Ich schätze unseren Kapitän David Abraham sehr, er wird von jedem einzelnen Spieler respektiert und führt seine Aufgabe sehr gut aus. Ich möchte der Mannschaft natürlich mit meiner Erfahrung helfen, aber da ist es egal, ob man die Binde hat oder nicht."

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Aufgezeichnet von Julian Franzke