Analyse der deftigen Heimniederlage

Geis trainiert und spricht Mut zu

"Wir wollen zusammen eine Reaktion zeigen": Nürnbergs Neuzugang Johannes Geis, hier im Trikot des 1. FC Köln. Getty Images

Alles dauert etwas länger beim 1. FC Nürnberg an diesem Dienstag. Statt des angesetzten Trainings um 11 Uhr seziert Trainer Damir Canadi das vorabendliche 0:4 gegen den Hamburger SV per Videostudium. Genug Anschauungsmaterial, wie man es nicht macht, sollte vorhanden gewesen sein. "Wir haben ein sehr schlechtes Spiel gemacht und verdient verloren. Es war von allen eine schwache Leistung", übt Patrick Erras Selbstkritik, Hanno Behrens gibt zu: "Das haben wir uns ganz anders vorgestellt, wir waren nicht gut genug."

Ansonsten fällt die Analyse des Kapitäns bemerkenswert oberflächlich aus: die ersten zwei Schüsse des Gegners seien halt drin gewesen, der Freistoß vor dem 0:2 zudem gar keiner gewesen. Zieht der FCN auch intern diese Schlüsse, wäre dies freilich ein böser Fehler. Zu viel stimmte am Montagabend mit dieser Mannschaft nicht, der gute HSV legte am Ende einen Klassenunterschied offen. Beim Club fehlte es dagegen an allem: Tempo, Technik, Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen, gedankliche Schnelligkeit. Die zu klärende Frage: Ausrutscher oder Qualitätsproblem?

Erst nach 12.30 Uhr steigen die eingesetzten Spieler aufs Fahrrad, die Reservisten trainieren auf dem Platz. Unter ihnen erstmals dabei: Neuzugang Johannes Geis, der ablösefrei einen Dreijahresvertrag am Valznerweiher unterschrieben hat. "Es war mir enorm wichtig, wie sehr sich alle um mich bemüht haben, der Trainer hat mich überzeugt", berichtet der 25-Jährige anschließend von den Gesprächen mit den FCN-Verantwortlichen, bange ist dem ehemaligen Fürther, Mainzer, Schalker und Kölner trotz des 0:4 nicht: "Ich sehe eine junge Mannschaft, die noch sehr entwicklungsfähig ist. Wir gehen da zusammen durch und wollen zusammen eine Reaktion zeigen."

Idealerweise schon am Freitag im Erstrundenspiel des DFB-Pokals beim FC Ingolstadt. Wahrscheinlich noch ohne Geis, der als zuletzt vertragsloser Profi zwar zweimal täglich individuell trainiert hat, ohne geregeltes Mannschaftstraining in dieser Zeit aber natürlich noch einen Rückstand aufzuholen hat.

Frank Linkesch

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