Mit 7,16 Metern im Weitsprung die Nummer eins der Welt

Deutschlands WM-Hoffnung: Mihambo erinnert an Drechsler

Malaika Mihambo

Die beste Weitspringerin der Welt: Malaika Mihambo. Getty Images

Wer 7,16 Meter weit springen kann, wird schnell einmal als Fliegerin, gar als Überfliegerin betitelt. Malaika Mihambo gilt spätestens seit den als "Die Finals" aufgezogenen Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende als ein neuer Star der deutschen Leichtathletik. Im Feld der weltbesten Weitspringerinnen ist sie aktuell die Nummer eins, nur Ese Brume (Nigeria, 7,05 Meter) und die etablierte Brittney Reese (USA, 7,00) konnten 2019 außer Mihambo bislang die Sieben-Meter-Marke knacken.

Gold-Favoritin in Doha - kein Problem für Mihambo

"Es ist ein cooles Gefühl, zu wissen, dass man die Nummer eins der Welt ist", sagte die 25-Jährige nach dem Siegsprung, ihrer neuen persönlichen Bestleistung. Bei den in Berlin stattfindenden, auch bei ARD und ZDF groß und erfolgreich präsentierten "Finals" sorgte Mihambo neben Konstanze Klosterhalfens Fabelzeit über die 5000 Meter für den sportlichen Glanzmoment der Deutschen Meisterschaften. Nun wird wohl auch die Goldmedaille bei der WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) über sie gehen, sie gilt als große Favoritin. Kein Problem für Mihambo: "Ich weiß, dass ich gute Chancen habe, und freue mich darauf."

Die Politik-Studentin, die für die LG Kurpfalz an den Start geht, hatte 2018 bei den Leichtathletik-Europameisterschaften Gold geholt und war damit endgültig in den erweiterten Kreis der Weltelite vorgestoßen. Seitdem hat sie, was bei ihrer Disziplin naheliegt, einen weiteren Sprung gemacht. Auch jenseits ihrer Paradedisziplin.

Im Kreis der besten deutschen Sprinterinnen: Mihambo holte bei den

Im Kreis der besten deutschen Sprinterinnen: Mihambo holte bei den "Finals" über 100 Meter Bronze. imago images

Die letzte deutsche Weitsprung-Weltmeisterin war 1993 Heike Drechsler. Wie auch Drechsler ist Mihambo außerdem eine starke Sprinterin - so stark, dass sie (Bronze über 100 Meter) inzwischen auch in Deutschlands Spitze um Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper mitlaufen kann. "Malaika, du bist echt Wahnsinn", schnaufte eine sichtlich beeindruckte deutsche Meisterin Pinto nach dem Zieleinlauf, noch ehe sie ihren eigenen Sieg richtig bejubelte.

Es ist möglich, einen Doppelstart in Doha in Betracht zu ziehen.

Malaika Mihambo über ihre WM-Absichten

Mit ihrer Landsfrau könnte es die formstarke Pinto auf der Kurzstrecke übrigens auch in Doha zu tun bekommen, schon im Juni hat Mihambo nämlich die WM-Norm (11,24 Sekunden) geknackt. "Es ist möglich, einen Doppelstart in Doha in Betracht zu ziehen. Der Zeitplan lässt das zu", erklärte die 1,70 Meter große Athletin bereits. Selbst ein Start in der 4x100-Meter-Staffel ist nicht ausgeschlossen.

Ihr Fokus liegt allerdings auf dem Satz in die Sandgrube. Mit Drechsler (7,48 Meter) und Helga Radtke (7,21) sind nur zwei deutsche Frauen jemals weiter gesprungen, 7,16 Meter sollen für Mihambo aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein: "Es war sicher ein Supersprung, aber gefühlt waren da noch Dinge, die ich verbessern kann. Ich denke, dass ich noch Potenzial habe."

2017 drohte das Karriereende - neue Kraft aus Indien

Daran hatten sie und ihr Trainer Ralf Weber besonders 2017 geglaubt, als eine schwerwiegende Fußverletzung Mihambos Karriere ernsthaft gefährdet hatte. Seitdem ging es fast ausschließlich bergauf - bis hin zu den diesjährigen deutschen Meisterschaften, wo sie ihre Bestmarken im Weitsprung wie auch über 100 Meter auf- beziehungsweise einstellen konnte.

Neue Energie soll die weltbeste Weitspringerin auch auf Reisen nach Indien getankt haben: "Das hat mich total verändert, daraus kann ich sehr viel ziehen. Ich denke, das braucht man im Leistungssport, um auf den Punkt Spitzenleistungen bringen zu können." In knapp zwei Monaten bei der WM wird es besonders wichtig. Und dann wäre 2020 ja noch Olympia.

nba