Nürnbergs Kaderplaner über das 0:4, Geis und Transfers

"Miserabel": Sportvorstand Palikuca übt schonungslos Kritik

Robert Palikuca

Er war nicht zufrieden mit der Heimpremiere des FCN in der neuen Saison: Sportvorstand Robert Palikuca. imago images

Mit gewohnt ernster Miene trat Palikuca vor die Kameras und stellte auf "Sky"-Nachfrage zu einem möglichen Systemproblem direkt klar: "Das hat nichts mit dem System, sondern mit unserer Zweikampfführung zu tun. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen. Es war eine miserable Zweikampfquote." Der über die gesamten 90 Minuten griffigere HSV gewann 60 Prozent der direkten Duelle, der Club nur 40.

Das brachte Palikuca zu seiner knallharten Kritik: "Ich glaube nicht, dass das die Art und Weise ist, wie wir uns am ersten Spieltag zu Hause unseren Fans präsentieren wollen. Wir wollten hier gefährlich Fußball spielen, das hat nicht funktioniert. Die 2. Liga muss man giftig angehen, das hat heute absolut gefehlt." Natürlich sei der Club nach dem großen Umbruch noch in der "Findungsphase".

Palikuca fehlten aber grundsätzliche Dinge: "Wenn wir die Gegentore ansprechen: Der HSV hat drei Tore von außerhalb des Sechzehners gemacht. In der ersten Hälfte gab es auch keine Großchancen von uns. Im Spiel nach vorne haben wir nur hinten rum gespielt, so wollen wir nicht Fußball spielen - ständig den Torwart mit einzubeziehen."

Es kann sein, dass es noch Abgänge gibt, auf die wir reagieren müssen.

Robert Palikuca

Weit vor Anpfiff hatte der Club mit Johannes Geis einen neuen Mittelfeldspieler vorgestellt, der das 0:4 gegen den HSV von der Tribüne verfolgte, bald aber schon die Fäden ziehen soll. "Ich glaube, wir haben so einen Spieler in der Schaltzentrale gebraucht", gestand Palikuca und fügte an: "Einen Spieler mit seinen Qualitäten hatten wir noch nicht im Kader. Deswegen sind wir sehr froh, dass die Verpflichtung geklappt hat."

Der ehemalige Schalker und Kölner muss aber nicht der letzte Neuzugang bleiben. "Der Transfermarkt hat noch vier Wochen auf. Es kann sein, dass es noch Abgänge gibt, auf die wir reagieren müssen." Eine spezielle Position hat Palikuca nicht im Blick, sondern viel mehr ein klares Kriterium für potenzielle Akquisitionen. "Wir wollen Qualität dazugewinnen, unser Spiel besser machen." Darauf hoffen nach der höchsten Heimniederlage in der Nürnberger Zweitliga-Geschichte sicherlich auch die Fans.

msc

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