Ehrenrat des FC Schalke 04 hat ausgiebig verhandelt

Tönnies lässt sein Amt vorübergehend ruhen

Clemens Tönnies

Clemens Tönnies picture-alliance

"Das Gremium ist nach mehrstündiger Sitzung zu dem Ergebnis gelangt, dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist", teilte S04 zunächst in einer Mitteilung mit und nahm das Vereinsmitglied ein wenig in Schutz. Weiter hieß es aber auch: "Vorzuwerfen ist ihm allerdings, gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben. Clemens Tönnies hat diese - insbesondere den Vorsitzenden des Aufsichtsrats treffende - Pflicht verletzt. Den Verstoß hat er in der Sitzung vom Dienstag eingeräumt und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht."

Deswegen hat der 63-Jährige erklärt, "sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats und dessen Vorsitz für einen Zeitraum von drei Monaten ruhen zu lassen. Danach wird er seine Tätigkeit im Aufsichtsrat wieder aufnehmen. Der Ehrenrat begrüßt die Haltung von Clemens Tönnies und nimmt beide Erklärungen zustimmend zur Kenntnis."

Kommentar: Dass Tönnies sein eigenes Urteil fällt, ist peinlich

Tönnies hatte am vergangenen Donnerstag auf einer Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" in Paderborn eine Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung" gehalten und dabei die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika mit folgenden Worten empfohlen: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen - und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Es folgte vergangenen Freitag eine öffentliche Entschuldigung von Tönnies, dennoch gab es harsche Kritik an dem milliardenschweren Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück. Auch die DFB-Ethikkommission beschäftigt sich mit den Aussagen.

Fleischfabrikant Tönnies ist seit 1994 Mitglied des Aufsichtsrates des FC Schalke 04 und seit 2001 dessen Vorsitzender.

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aho/mag

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