Diskus-Olympiasieger nimmt kein Blatt vor den Mund

Harting zur DM: "Letzte Erpressungsmöglichkeit"

Christoph Harting

Sorgt mit respektlosen Äußerungen für Unmut: Diskus-Olympiasieger Christoph Harting. imago images

"Deutsche Meisterschaften sind immer der große letzte Nominierungswettkampf, wo der DLV sagt, ihr müsst hinfahren. Es ist die letzte Erpressungsmöglichkeit der deutschen Leichtathletik", äußerte sich der 29 Jahre alte Werfer der bei der Berliner Zeitung.

Sehr flapsig äußerte sich Harting auch über eine mögliche Titelverteidigung am Wochenende in seiner Heimatstadt und seine Konkurrenten. "Seit gefühlt 35 Jahren trägt kein anderer als ein Harting den Titel im Diskuswerfen", sagte er. Solle den jetzt ein Martin Wierig oder ein David Wrobel kriegen, fragte er rhetorisch. "Da sagt der Stolz: Ach, nein. Auf der anderen Seite sage ich mir: Ach, nehmt ihn euch doch, wenn es euch so wichtig ist. Es gibt wenig Unbedeutenderes als einen deutschen Meistertitel."

Es gibt wenig Unbedeutenderes als einen deutschen Meistertitel.

Christoph Harting

Eine abwertende Bemerkung machte er zudem zur Titelverteidigung. "Es gibt wenig Unbedeutenderes als einen deutschen Meistertitel", meinte Harting. Seine Worte wirkten wie eine Ankündigung: Mit drei ungültigen Würfen verpasste er prompt am Samstag den Endkampf. DLV-Präsident Jürgen Kessing zeigte sich nicht überrascht über die neuerlichen verbalen Ausfälle von Harting: "Wir haben manches Mal durchaus bemerkenswerte Verhaltensweisen erlebt."

Qualifikationsnorm für Weltmeisterschaft erfüllt

Vor ihm hatte sein Bruder Robert Harting den Titel von 2009 bis 2017 acht Mal gewonnen. Nur Christoph Harting konnte ihm Platz eins 2015 und 2018 streitig machen.

Nach den Regel des Weltverbandes IAAF hat er die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften Ende September in Doha/Katar mit seinen 66,01 Metern in diesem Juni bereits erfüllt. Für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gilt nicht nur diese Leistungsnorm als Zulassungskriterium. Zusätzlich müssen noch Punkte für eine neue Weltrangliste gesammelt werden.

dpa